Zur zweiten Großübung im Rahmen der diesjährigen Aktionswoche wurden am Dienstag, 22.09.2015, die Feuerwehren zu einem angenommenen Brand in das Gemeindezentrum der Gemeinde Prebitz alarmiert. Das Gemeindezentrum befindet sich zwischen Prebitz und Funkendorf direkt beim Ortseingang von Bieberswöhr. Das Gemeinschaftsgebäude wird von der Feuerwehr, der Gemeinde und von mehreren Vereinen, darunter die Landjugend, genutzt. Der Landjugendteil wird sehr häufig für Vereinsfeste und Familienfeiern belegt

Das Übungsszenario, dass unter der Leitung von Kreisbrandinspektorin Kerstin Schmidt ausgearbeitet wurde, stellte sich wie folgt dar:

Bei einer Familienfeier mit zirka 50 Personen kommt es zu einem Brand mit starker Rauchentwicklung. Nicht alle Gäste konnten das Gebäude verlasen. Einige Personen konnten sich in Sicherheit bringen und setzen einen Notruf bei der Leitstelle Bayreuth/Kulmbach ab.

 

Die Leitstelle löst um 18:45 Uhr Alarm für die umliegenden Feuerwehren aus. Der Einsatzleiter, der Ortskommandant der Feuerwehr Funkendorf/Bieberswöhr Michael Pezolt, erkennt schnell, dass die alarmierten Kräfte nicht ausreichen und lässt über die Leitstelle nach alarmieren. Nach Eintreffen der Feuerwehr Engelmannsreuth mit ihrem federführenden Kommandanten Stefan Leuchner, übernahm dieser die Einsatzleitung, er wurde von Kreisbrandmeister Uwe Jacobs unterstützt und nach ihrem Eintreffen von der Unterstützungsgruppe Örtlicher Einsatzleiter ( UG-ÖEL ).

Atemschutzträger drangen in das komplett vernebelte Gebäude vor und begannen mit der „Verletztenrettung“. Gleichzeitig wurde mit der Bekämpfung des Brandes begonnen. Hierzu musste zusätzlich zum Hydrantennetz eine lange Schlauchstrecke vom ca. 500 Meter entfernten Löschwasserbehälter aus Bieberswöhr verlegt werden. Eine dritte Löschwasserversorgung wurde vom 1,5 Kilometer entfernten Löschteich aus Funkendorf errichtet. Hier erwies sich der Schlauchwagen aus Speichersdorf als hilfreich, er unterstützte die Wehren aus Seidwitz und Tiefenthal bei dieser gestellten Aufgabe.

 

Zur besseren Koordinierung wurde der Einsatz in mehrere Einsatzabschnitte unterteilt. Neben der Löschwasserversorgung, waren dies, die Menschenrettung, die Brandbekämpfung, der Bereitstellungsraum und die Verkehrsregelung. Als Novum  wurde diese Großübung mit dem neuen Digitalfunk abgewickelt. In der Nachbesprechung wurde dies als besonders wichtig und sinnvoll betrachtet. Es wurden mehrer Funkgruppen genutzt, damit sich die Einsatzabschnitte nicht gegenseitig störten.

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Funkraum des UG-ÖEL Fahrzeuges, hier laufen alle Funksprüche auf.

Ebenfalls wurde in der Nachbesprechung die kollegiale und hervorragende Zusammenarbeit mit den Kollegen aus dem oberpfälzischen Vorbach und Eschenbach, die mit ihrer Drehleiter kamen, betont. Trotz der oftmals dargestellten Rivalitäten zwischen Oberfranken und Oberpfalz, bei der Feuerwehr gibt es solche Kämpfe nicht, hier werde zusammengearbeitet! Genauso gut funktioniert die Zusammenarbeit seit Jahren mit dem BRK und dem THW. Das THW leuchte die Einsatzstelle aus und halfen bei der Rettung von 35 Verletzten mit Atemschutzträger, als diese bei der Feuerwehr zur Neige gingen. Eine durchaus gelungene Übung attestierte Kreisbrandinspektorin Kerstin Schmidt nach gut zwei Stunden Übung den 182 Rettungskräften.

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v.l. Bürgermeister Hans Freiberger, Kreisbrandinspektorin Kerstin Schmidt, Kreisbrandmeister Uwe Jacobs, Geschäftsbereichsleiterin Dr. Maresa Liebau, stellvertretende Landrätin Christa Reinert-Heinz

Bürgermeister Hans Freiberger bedankte sich bei den Rettungskräften für die gute Zusammenarbeit nicht nur bei der Übung, sondern auch beim F16-Absturz. Er ging nochmals kurz auf das Motto der Aktionswoche “ Frauen zur Feuerwehr “ ein, in Engelmannsreuth und im Landkreis Bayreuth bräuchte man dies Werbung nicht, da dies bereits gelebte Praxis sei. Dies betonte auch Geschäftsbereichsleiterin des Landratsamtes Bayreuth Frau Dr. Maresa Liebau in ihrer kurzen aber prägnanten Grußwort, es gäbe im Landkreis keine, wie in der Presse dargestellten, frauenverachtenden Feuerwehrmänner, hier wird zusammen gelangt! In gleiche Kerbe schlug stellvertretende Landrätin Christa Reinert-Heinz, sie sei gerne bei der Feuerwehr, hier fühle sie sich wohl.

Bilder der Nachbesprechung:

Ein Team von Kurier-TV begleitete die Übung. An zwei Atemschutzträgern wurde eine Body-Cam montiert, sie sollten zeigen was ein Atemschutzträger beim Vorgehen in einem verqualmten Raum sieht. Kreisbrandinspektorin Kerstin Schmidt stellte sich den Fragen des Teams.

 

Text und Fotos:

Gerhard Eichmüller Fachbereich Öffentlichkeitsarbeit