Zahlreiche Einsätze nach heftigem Unwetter im Landkreis Bayreuth

28.08.2010


Am Freitag, den 27. August 2010, zog gegen 13 Uhr eine Gewitterfront über den Landkreis Bayreuth hinweg, die sich im weiteren Verlauf zu einem Unwetter steigerte. Da es bereits in der Nacht zuvor starke Niederschläge von mehr als 40 Liter pro Quadratmeter gegeben hatte, konnte der Boden den Starkregen - es fielen nun innerhalb kürzester Zeit mehr als 25 Liter auf dem Quadratmeter - nicht mehr aufnehmen.

Ab 13.15 Uhr gingen in der Feuerwehreinsatzzentrale Bayreuth nahezu im Sekundentakt Notrufe ein. Betroffen war anfänglich nur das Gebiet um Bad Berneck. Als dann gegen 13.30 Uhr immer mehr Notrufe aus dem Hummelgau aufliefen, entschloss man sich, die Unterstützungsgruppe Örtliche Einsatzleitung (UG-ÖEL) nach Bayreuth zu alarmieren, damit sie die Einsätze im Landkreis koordinieren konnte, da auch in der Festspielstadt selbst eine Vielzahl an Einsätzen abgearbeitet werden musste.

Einsatzschwerpunkte der Feuerwehr waren im Hummelgau die Orte Glashütten, Hummeltal, Mistelgau, Mistelbach und Gesees. Ein weiterer Brennpunkt was das Ölschnitztal mit den Orten Seybothenreuth, Lehen und Hauendorf. Im Fichtelgebirge war der Bereich Bad Berneck und Warmensteinach betroffen. Im weiteren Verlauf wurde zudem der Großraum Waischenfeld mit den Orten Löhlitz, Waischenfeld und Nankendorf in Mitleidenschaft gezogen.

Die Einsatzkräfte pumpten unzählige Keller leer, aber auch aufgeschwommene Heizöltanks mussten gesichert werden. Ausgelaufenes Heizöl wurde mit Spezialgerät aufgefangen. Hierzu musste teilweise das Gerät auf Traktoren verladen werden, da die Zufahrten zu den Einsatzstellen nicht mehr passierbar waren, wie zum Beispiel zur Zochenmühle bei Mistelbach - die dortige Brücke war schlicht nicht mehr vorhanden. Der Hummelgau wurde für den Verkehr gesperrt und großräumig durch die Feuerwehr umgeleitet. Unzählige Sandsäcke wurden verbaut, damit das Wasser zurückgehalten werden konnte. Das bei der Feuerwehr Bindlach stationierte mobile Hochwasserschutzsystem „Beaver“ wurde in Alarmbereitschaft versetzt, da man laut Wetterradar mit noch mehr Niederschlägen zu rechnen hatte.

Gegen 19 Uhr entspannte sich allmählich die Lage für die etwa 300 Einsatzkräfte. Mehr als 100 Schadenslagen waren erfolgreich abgeschlossen worden. Für die erschöpften und durchnässten Feuerwehrleute stand noch die Wiederherstellung der Einsatzbereitschaft auf dem Plan, bevor dieser lange Tag beendet werden konnte. Über den entstandenen Schaden kann derzeit keine Auskunft gegeben werden.




Text: Gerhard Eichmüller und Sven Kaniewski, Fachbereich Öffentlichkeitsarbeit
Fotos: Sven Kaniewski, Gerhard Eichmüller, FF Eckersdorf

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