Heißausbildung im Brandübungscontainer

10.08.2006

In der Zeit vom 07. bis zum 11. August 2006 befand sich der Brandübungscontainer der Versicherungskammer Bayern und des Landesfeuerwehrverbandes Bayern in der Gemeinde Mistelgau. 31 Feuerwehren aus dem Landkreis Bayreuth nutzten die Gelegenheit, ihre Atemschutzgeräteträger dort unter realitätsnahen Voraussetzungen fortbilden zu lassen.

Bei der Ausbildung in der mobilen holzbefeuerten "Flammenhölle" geht es vor allem um die Verhinderung des im realen Einsatz gefürchteten "Flash-Overs", was im deutschen Sprachgebrauch einem Durchzünden heißer Rauchgase entspricht. Darüberhinaus haben die eingesetzten Atemschutzgeräteträger die Möglichkeit, die Entstehung und Entwicklung eines Brandes unter kontrollierbaren Bedingungen zu beobachten.

Zuvor unterzog der verantwortliche Ausbilder Marco Braunschweig die Teilnehmer einem auf die Bedürfnisse der Praxis zugeschnittenen theoretischen Unterricht, in welchem mittels einer Präsentation neben spezifischen Inhalten der Brandlehre auch zahlreiche Hinweise für den Ernstfall gegeben wurden.

Da das Training in dem Brandübungscontainer nicht ungefährlich ist, erhielten die Teilnehmer eine detailierte Sicherheitseinweisung. Zudem überprüfte der Ausbilder bei jedem Teilnehmer den Zustand sowie korrekten Sitz der persönlichen Schutzausrüstung.

Im Container entzündete Braunschweig einen Holzstoß aus zerkleinerten Europaletten. An Decke und Wänden hängende Spanplatten mit einer Fläche von 10 Quadratmetern, die als "Möbelersatz" dienen, werden durch die Brandausweitung ebenfalls in Mitleidenschaft gezogen, was schließlich zu Temperaturen bis zu etwa 800 Grad Celsius führt und den acht Atemschutzgeräteträgern bei jedem Durchgang ordentlich einheizte. Ein Vorgehen in knieender Körperhaltung war daher dringend anzuraten. Nach dieser Initialzündung wird die noch offene Containertür geschlossen, was bewirkt, daß kein Sauerstoff mehr zugeführt wird, der Rauch aber auch nicht mehr abziehen kann. Eine sogenannte unvollständige Verbrennung entsteht. Während dieser Phase ist die Sicht der einzelnen Teilnehmer wegen des Brandrauches praktisch bei "Null". Daraufhin wird die Containertür wieder geöffnet, Sauerstoff strömt ein und das Feuer wird schlagartig größer. In der Rauchschicht üner den Helmen der Teilnehmer bilden sich kleinere Flammenzungen, die den Beginn der eigentlichen Rauchdurchzündung markieren.

Mittels einem Hohlstrahlrohr hatten die Atemschutzgeräteträger nun die Möglichkeit, selbst einen "Flash-Over" unter fachkundiger Anleitung gezielt zu bekämpfen.



Zwei Feuerwehrleute beim Anbringen der Spanplatten im vorderen Teil des Containers.


Ausbilder Braunschweig bei dem sogenannten Strahlrohrtraining: Die Teilnehmer sollen sich hierbei mit der Anwendung der Hohlstrahlrohre vertraut machen.


Um Verbrühungen durch nasse Stellen an der Schutzausrüstung vorzubeugen wird ohne Schutzkleidung trainiert.


Der Ausbilder inspiziert den korrekten Sitz der Schutzkleidung.


Gegenseitiges Anschließen der Lungenautomaten an die Atemschutzmaske.


Mittels Wärmebildkamera kann der Verlauf der Brandausweitung beobachtet werden.


Mit kurzen Wasserstößen aus dem Hohlstrahlrohr wird die Gefahr einer Rauchdurchzündung minimiert.


Das eindrucksvolle Farbenspiel der Flammen ist im realen Einsatz hochgefährlich.


Nach dem Durchgang legen die Teilnehmer gemeinsam die Schutzausrüstung ab.


Durchgeschwitzt, aber glücklich: Um den während des rund 30-minütigen Durchganges unweigerlich erlittenen Flüssigkeitsverlust auszugleichen erhalten die Feuerwehrleute Mineralwasser.



Text und Foto: Sven Kaniewski und Carolin Rausch, Fachbereich Öffentlichkeitsarbeit

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