Feuerwehraktionswoche - Großübung in der Inspektion II

19.08.2006

Die zweite Großübung innerhalb der diesjährigen Feuerwehraktionswoche fand am Samstag, den 16. September 2006, in Hollfeld statt.

Dort war das Seniorenheim "St. Elisabeth" als Übungsobjekt herausgesucht worden, welches - so der verantwortliche Einsatzleiter Kreisbrandinspektor Armin Meyer - einen neuralgischen Punkt in der Stadt Hollfeld bildet.

Ein fiktiver Schwelbrand im Technikbereich des Kellergeschosses breitete sich dort über die Lüftung in das Dachgeschoß sowie das zweite Obergeschoß aus. Aufgrund der damit einherschreitenden Rauchentwicklung werden in den oberen Etagen zehn Personen eingeschlossen, zwei weitere Personen werden vermißt. Mittels Handfeuermelder wird gegen 17 Uhr Hilfe gerufen. Zunächst rücken in der Alarmstufe 2 die Feuerwehren Hollfeld, Weiher, Treppendorf, Aufsees, Schönfeld und Plankenfels aus. Ebenso wird das Bayerische Rote Kreuz Hollfeld sowie die Helfer-vor-Ort Aufsees und Mistelgau in Alarm versetzt. Da sich nach kurzer Zeit herausstellt, daß die angeforderten Kräfte nicht ausreichen, werden zudem die Löschzüge Eckersdorf/Donndorf und Waischenfeld/Breitenlesau-Siegritzberg/Nankendorf sowie die Feuerwehren Fernreuth, Freienfels, Obernsees, Pilgerndorf und Stechendorf nachalarmiert. Aus dem Bamberger Landkreis rückt die Feuerwehr Königsfeld an.

Zur Bewältigung dieser "Schadenslage" werden drei Einsatzabschnitte gebildet, deren oberste Ziele die Menschenrettung sowie eine Brandbekämpfung im Innen- und Außenangriff darstellen. Der Abschnitt "Wasserversorgung" unter der Leitung vom Kommandanten der Feuerwehr Schönfeld, Roland Schreiber, war insbesondere mit der Herstellung der Löschwasserversorgung über eine lange Schlauchstrecke aus der nahegelegenen Wiesent beauftragt. Mit den Abschnitten "Süd" und "Nord", deren Federführung Frank Fischer, Kommandant der Feuerwehr Hollfeld, sowie Kreisbrandmeister Herbert Neubauer innehatten, wurde das Seniorenheim in einer Zangenbewegung eingekreist. Einsatzleiter Armin Meyer und dem neuen Kreisbrandmeister des Unterkreises 6, Reiner Marks, stand während der Übung die Unterstützungsgruppe Örtliche Einsatzleitung (UG-ÖEL) helfend zur Seite.

In der sich anschließenden Übungsnachbesprechung zollte die Bürgermeisterin der Stadt Hollfeld, Karin Barwisch, den ehrenamtlichen Kräften Dank für die geleistete Arbeit. Landrat Dr. Klaus-Günter Dietel, der es sich nicht nehmen ließ, sämtliche Einsatzabschnitte in Augenschein zu nehmen, bezeichnete die Übung als gut konzipiert und sehr realistisch gestaltet. Insbesondere vor dem Hintergrund der in jüngster Vergangenheit aufgetretenen zeit-, material- und personalintensiven Schnee- und Hochwassereinsätze zeigte sich der Landrat "heilfroh, solch tüchtige Feuerwehrleute im Landkreis zu haben".

Kreisbrandmeister Reinhard Franke, der zusammen mit den Kommandanten Oliver Becker (FF Glashütten) und Alfred Hahn (FF Gesees) als Übungsbeobachter eingesetzt war, bescheinigte insgesamt eine recht ordentliche Leistung. Insbesondere habe die Zusammenarbeit zwischen Feuerwehr und Rettungsdienst einwandfrei geklappt. Da solche Übungen auch dazu dienen, die Leistung der Feuerwehrleute zu optimieren, wurden diverse verbesserungswürdige Vorschläge eingebracht.



Schlechte Sichtverhä,ltnisse, hervorgerufen durch künstlichen Nebel, forderten die Atemschutztrupps.


Personenrettung über das Treppenhaus.


Landrat Dr. Dietel beobachtet im Hintergrund die Rettungsaktion. In seinem Grußwort bescheinigte er den Atemschutzgeräteträgern eine bemerkenswerte Leistung.


Otmar Meyer, stellvertretender Zugführer der Feuerwehr Gefrees, beim Einweisen der Drehleiter. Aus übungstaktischen Gesichtspunkten war diese aus Gefrees angerückt, nicht - wie im Ernstfall - aus Bayreuth.


Mit Hilfe der Drehleiter konnten die im Obergeschoß eingeschlossenen Personen zügig nach unten gebracht werden.


Die eintreffenden Opfer werden von den Helfern des Rettungsdienstes fachgerecht versorgt. Insgesamt 16 Unglücksfälle waren zu bewältigen.


Das Szenario aus der Vogelperspektive. Im Vordergrund zu sehen ist die Verletztensammelstelle.


Kreisbrandmeister Reinhard Pichl im Gespräch mit Landrat Dr. Dietel und Daniel Frieß Vom Landratsamt.


Brandschutzerzieher Jochen Sommer (FF Eckersdorf) im Gespräch mit den jungen Zuschauern.



Text und Foto: Sven Kaniewski, Fachbereich Öffentlichkeitsarbeit Inspektion II

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