Seminar der Feuerwehrführungskräfte im Landkreis Bayreuth

30.10.2006

Der große Sitzungssaal des Landratsamtes Bayreuth, welcher gewöhnlich dem Kreistag als Tagungsort dient, war wieder einmal Treffpunkt für die besonderen Feuerwehrführungskräfte des Landkreises Bayreuth.

Die im Landkreis Bayreuth tätigen Kreisbrandmeister und Kreisbrandinspektoren ließen sich vom fachlich zuständigen KBM Markus Pöhlmann über die künftig von Grund auf neu zu erstellende Alarmierungsplanung des Brand und Katastrophenschutz informieren.

Aktuellen Anlaß dazu gibt die im Dezember 2005 erlassene Alarmierungsbekanntmachung des Freistaates Bayern, welche die bisherige Bekanntmachung aus dem Jahr 1993 ablöst. Diese wurde damals nötig, da in Bayern flächendeckend eine computergestützte Alarmierung eingeführt wurde (Basis).

Notwendig wird diese umfangreiche Neuplanung heute, weil bayernweit eine Zusammenführung der Rettungsleitstellen mit den alarmauslösenden Stellen der Feuerwehren und Feuerwehreinsatzzentralen stattfindet.

Es entstehen auf diese Weise flächendeckend Integrierte Leitstellen (ILS) für die nicht-polizeiliche Gefahrenabwehr, welche künftig für Katastrophenschutz-, Rettungsdienst- und Feuerwehralarmierung zuständig sind.

Die neu eingeführte Alarmierungsbekanntmachung ist mit dem Tag der Inbetriebnahme der Integrierten Leitstelle Bayreuth/Kulmbach verbindlich in die Praxis umzusetzen. Verantwortlich für diese verantwortungsvolle Aufgaben sind die Kreisverwaltungsbehörden und Zweckverbände für Rettungsdienst- und Feuerwehralarmierung.

Qualifizierte Arbeit benötigt ihre Zeit! Besonders, wenn wie hier viele Schnittstellen zu den umliegenden elf Landkreisen und kreisfreien Städten bestehen, welche es gilt bestmöglich aufeinander abzustimmen. Der Zusammenarbeit mit den weiteren, im Einsatzfall beteiligten Hilfsorganisationen und dem Technischen Hilfswerk kommt ebenfalls eine hohe Bedeutung zu. Hier wird in Zukunft deutlich enger als in der Vergangenheit zusammengearbeitet.

Neben der umfangreichen Koordinationstätigkeit wird von den örtlich zuständigen Kreisbrandmeistern und inspektoren vorab ein Gefahrenkataster entwickelt, welches als Grundlage für die spätere objekt- und ereignisbezogene Neuplanung der Alarmierung dienen wird.

Hierbei werden die im Landkreis vorhandenen Gefahrenpotentiale erfaßt und anhand der Gefahr gegliedert (Brand/THL/GSG/Sonstiges) und bewertet. Hier will die Feuerwehrführung konsequent, zweckmäßig und zukunftsträchtig einen sinnvollen Schritt weiter gehen, als von der Alarmierungsbekanntmachung explizit schwarz auf weiß gefordert.

Der objekt- und ereignisbezogenen Planung steht die flächendeckende allgemeine Alarmierungsplanung nach 67 Einsatzstichworten für die Feuerwehr gegenüber. Bei dieser ersetzen die Einsatzstichworte die bisherigen sieben Alarmstufen.

KBM Pöhlmann bezeichnete die Alarmierungsbekanntmachung als ein mächtiges Werkzeug zur Neuplanung, welches die Planung der Alarmierung deutlich professioneller und nachvollziehbarer machen wird. Für eine möglichst professionelle Umsetzung in die Praxis bedarf es gut geschulter Führungskräfte aller Disziplinen, die gemeinsam ohne Uniformschranken und Verwaltungsgrenzen im Kopf planen!

Es wird künftig auch bei den Feuerwehren konsequent das nächste verfügbare und geeignete Einsatzmittel alarmiert! Verwaltungsgrenzen dürfen auch nach Auffassung des Kreisbrandmeisters keine Rolle mehr spielen! Dies fordert explizit die neue Alarmierungsbekanntmachung! Alles geschieht im Sinne der in Not geratenen Bürger für deren schnelle und effektive Hilfe mit den nächsten und geeigneten Einsatzmitteln!

Für eine erfolgreiche Umsetzung der Theorie in die Praxis werden die Feuerwehrführungskräfte fortan transparent zur Helferbasis informieren. Sie fungieren als Multiplikatoren! Es gilt die Helfer in den Feuerwehren sowie die politischen Entscheidungsträger verständlich über die neue Systematik und Ihre Auswirkungen in Kenntnis zu setzen! Dies ist als wichtige Vorarbeit der eigentlichen Planung unerläßlich. Der politische Wille und die Akzeptanz bei den Kommunen und Helfern muß als Grundannahme für die Planung vorhanden sein!

KBM Markus Pöhlmann stellte eine Aufgabenverteilung innerhalb der Führungskräfte vor, innerhalb welcher jeder Führungsdienstgrad seine feste Position einnimmt.

Die Führungskräfte hatten bei der Gelegenheit auch die Chance, ihre Sorgen und Anmerkungen in Form einer Diskussionsrunde als Feedback an die Veranstalter (Landratsamt Bayreuth) zu geben.

Kreisbrandrat Schreck betonte abschließend nochmals resümierend, daß das komplexe System der Neuplanung mit seinen neuen Begrifflichkeiten aus seiner Sicht von mal zu mal verständlicher wird, je intensiver man sich damit beschäftigt! Er spricht hier aus eigener Erfahrung. Wir alle müssen zusammen an einem Strang ziehen, um das Boot in den richtigen Hafen zu lenken!

Er sieht ebenso wie KBM Pöhlmann viel Erfolg versprechendes bei der Neuplanung, wenngleich auch viele konkurrierende Aspekte und viel (Informations-)Arbeit bei der Umsetzung zu leisten sein wird.

Die Führungskräfte vor Ort sind nun gefragt! Im weiteren Fortgang ist geplant, bis zum Sommer 2007 ein entsprechendes Gefahrenkataster aufzubauen und für die anschließende Planung zu nutzen. Der weitere zeitliche Ablauf der Planungen ist vom Zeitpunkt des Beginns der Realisierung der ILS Bayreuth/Kulmbach abhängig.

Weitere Informationen unter alarmierungsplanung.de




Text und Foto: KBM Markus Pöhlmann

nach oben
der Landkreis Bayreuth - Vielfalt & Visionen Bezirksfeuerwehrverband BFV Oberfranken e.V. LFV Bayern e.V Der Deutsche Feuerwehrverband