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Verabschiedung KBI Joachim Judas
12.11.2006
Mit einem feierlichen Festakt wurde am Wochenende der stellvertretende Kreisbrandrat der Freiwilligen Feuerwehren des Landkreises Bayreuth, Kreisbrandinspektor Joachim Judas aus Bad Berneck, aus seinem Amt verabschiedet. Dem altersbedingten Ausscheiden von Gesetzes wegen im Alter von 60 Jahren beugten sich Führungskräfte und Landrat Dr. Klaus Günter Dietel - jedoch nicht, ohne eine würdige Zeremonie zu begehen. So stellte der Landrat gleich zu Beginn seiner Laudatio im Kreise der Ehrengäste fest, dass es ihm lieber sei, er könne Joachim Judas ins Amt einführen anstatt ihn gehen lassen zu müssen. Nahezu 25 Jahre bekleidete er Führungspositionen bei der ehrenamtlichen Hilfsorganisation im Landkreis, 40 Jahre tat er insgesamt Dienst. So blicke Joachim Judas, geboren am 20.10.1946 in Bad Berneck, zurück auf ein Leben, das neben und mit seiner Familie geprägt war vom Dienst am Nächsten. Bereits 1966 trat er in die Feuerwehr Bad Berneck ein. Tat 40 Jahre Dienst am Nächsten, der in Not geraten war. Seine Laufbahn nahm rasch den Weg einer steilen Karriere im Ehrenamt. Von 1982 bis 1989 übte er das Amt eines Kreisbrandmeisters in der seinerzeit neu geschaffenen Ausbildungsinspektion des Landkreises Bayreuth aus. Seit 1989 leitete er im Range eines Kreisbrandinspektors äußerst erfolgreich diese Ausbildungsinspektion. Weit mehr als 10.000 Feuerwehrdienstleistende konnten mittlerweile die verschiedenen landkreiseigenen Ausbildungslehrgänge zum Beispiel im Bereich der Maschinisten, Sprechfunker und Atemschutzgeräteträger absolvieren. Große Verdienste erwarb er sich auch bei der frühzeitigen Einführung der landkreiseinheitlichen Truppmann- und Truppführerausbildung. Darüber hinaus war Joachim Judas seit 1997 zum ständigen Vertreter des Kreisbrandrates bestellt und hat in dieser Funktion bei zahlreichen Einsätzen, insbesondere schwersten Verkehrsunfällen auf der BAB 9 und der B303, in Gefahr geratenen Menschen wirksam und kompetent helfen können. Ferner galt sein Augenmerk dem Katastrophenschutz im Landkreis Bayreuth. Bis 1995 als Leiter der "TEL", war er ab diesem Zeitpunkt Chef der Unterstützungsgruppe Örtliche Einsatzleitung "ÖEL" des Landkreises und leitete zahlreiche Katastropheneinsätze. Judas gilt als Verfechter einer soliden Ausbildung der ehrenamtlichen Feuerwehrleute. So war es ihm immer ein wichtiges Anliegen, den Fachbereich "Ausbildung" im Verband zu unterstützen. Er tat dies auf Kreis-, Bezirks- und Landesebene. Höchste Auszeichnungen des Landesfeuerwehrverbandes Bayern, des Deutschen Feuerwehrverbandes, des Freistaates Bayern hat er bereits erhalten und diese sind nur ein kleines äußeres Zeichen für das, was er 40 Jahre im ehrenamtlichen Dienst in der Feuerwehr geleistet hat. Zuletzt war er im Juli dieses Jahres mit dem Feuerwehrehrenkreuz in Gold ausgezeichnet worden.
In einer sehr persönlichen Würdigung charakterisierte Landrat Dr. Klaus Günter Dietel den scheidenden Kreisbrandinspektor als Feuerwehrmann voller Leidenschaft, innerer Überzeugungskraft, der besonnen handelte und sich dennoch offen für Neuheiten und geänderte Anforderungen zeigte. Er sei über Jahrzehnte der Motor für die Arbeit in der Feuerwehrführungsmannschaft gewesen, ein verlässlicher Partner für jeden, der Rat und Hilfe in Fachfragen benötigte. "Sie haben nie auf die Schlagzeilen und Überschriften geblickt - Ihnen war stets der Inhalt wichtig". Für die "Feuerwehrlebensleistung par excellence", wie es der Landrat formulierte, erhielt Judas den großen Ehrenteller des Landkreises.
Bernd Albert als Bürgermeister der Stadt Bad Berneck und Sprecher der Bürgermeister im Landkreis, zollte höchsten Respekt und Anerkennung aus der Sicht der Kommunen. Er erinnerte an die zahlreichen Bemühungen von Judas, die Kommunen für die Anliegen und die Notwendigkeit bestimmter Ausbildungen und Beschaffungen zu sensibilisieren, nicht ohne den Blick auf das Wesentliche zu verlieren.
Für Kreisbrandrat Hermann Schreck war der scheidende Kreisbrandinspektor mehr als "nur" Stellvertreter. Mit Fleiß, Einsatz und unermüdlichem Engagement habe er die Geschicke der Führung und somit von rund 8000 Feuerwehrleuten im Landkreis gelenkt, bereits zu einer Zeit, als Schreck selbst noch Kreisbrandmeister gewesen ist. Nach seiner Wahl zum Kreisbrandrat sei ihm Judas stets als Freund zur Seite gestanden, dessen Wirken Vorbild für die gesamte Feuerwehrführung ist und bleiben wird.
Mit einem Fackelspalier und Vorträgen des Kreisspielmannszuges verabschiedete sich die Feuerwehrführung von einem der wohl leidenschaftlichsten Feuerwehrmänner der letzten 40 Jahre.

Landrat Dr. Klaus Günter Dietel bei der sehr persönlichen Würdigung von Joachim Judas

Blumen vom Landrat für Doris Judas, auch Joachim Judas selbst dankte seinen Kollegen für die jahrelange Zusammenarbeit

der Kreisspielmannszug war gesäumt von einem Fackelspalier der Feuerwehrführungskräfte

Fackelzug der Fährungskräfte

sichtlich gerührt zeigte sich Joachim Judas mit seiner Frau Doris unter Beisein von Landrat Dr. Klaus Günter Dietel von der Feierlichkeit zu seinen Ehren

Fackelspalier bei strömenden Regen - sogar der Himmel schien zu weinen

Kreisbrandrat Hermann Schreck, Doris und Joachim Judas, Landrat Dr. Klaus Günter Dietel, Bürgermeister Bernd Albert

Joachim Judas und Bürgermeister Bernd Albert
Text und Fotos: Carolin Rausch, Leiterin FB Öffentlichkeitsarbeit
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