Landrat Dr. Dietel zur Jahresversammlung des Kreisfeuerwehrverbandes

22.04.2007

Anläßlich der Verbandsversammlung des Kreisfeuerwehr-Verbandes Bayreuth gab Landrat Dr.Klaus-Günter Dietel in einer Grundsatzrede seine Einschätzung der Gewichtigkeit des Verbandes Ausdruck.Gegründet 1994 in Glashütten, vertritt der Verband heute 17o Freiwillige Feuerwehren - nahezu 90 Prozent aller 7 800 Feuerwehr--Dienstleistenden im Landkreis Bayreuth unter dem Vorsitz von Kreisbrandrat Hermann Schreck. Ein gut gelaunter Landrat blickte nicht ohne Stolz auf die über 35o Aktiven im Kurhaussaal : dankbar sei der Landkreis für die flächendeckende Sicherheit, die von der persönlichen Qualität jedes Einzelnen abhänge. Der Verband gebe dafür die Rückendeckung, stabilisiere Aus- und Fortbildung, gebe der Menge der Wehren eine gesammelte Stimme und den Nachdruck der Mehrheit.

Das Einsatzgeschehen habe sich bekanntlich massiv verschoben, sagte Dietel : Verkehrsunfälle, Menschenrettung, Elementar-Ereignisse riefen täglich die Wehren zu Hilfe. Von 1322 Einsätzen im Jahr 2006 waren 1037 technischer Natur - ein Plus von 3o Prozent. Jeder Einsatz erfordere enorme Leistungen ; Großbrände, Unfälle auf der A 9, Unwetter : 304 Einsätze bei Hochwasser, 68 bei Sturm ; Schnee im Februar, Starkregen im Mai . "In Bad Berneck wurden am 28. Mai zehntausend Sandsäcke abgefüllt , es waren tausend Aktive im Einsatz - eine Art Großkampf um Menschen und Eigentum!" Wassermassen bei Weidenberg stürzten ohne Vorwarnung ins Land - nicht immer müsse das passieren, aber Vorbereitung sei unerläßlich. Der Einsatz der Wehren habe stets funktioniert, das Unheil zum Stehen gebracht, Schlimmeres verhütet: " Die Einsatzleistung war gewaltig - die Arbeit hervorragend" , sagte Dietel. Bewährt hätten sich alle Jahrgänge, die Jugend habe sich aktiviert, Ausfälle gab es nicht - erkennbar sei geworden, dass gerade die sorgfältige Aus- und Fortbildung , das ständige Training Früchte getragen und das Selbtbewußtsein junger Leute stabilisiert hätten. Im Feuerwehrsinne sei Lernen kein theoretischer Begriff, sondern ein Training praktischer Überlebenskunst. Die Unterstützung durch den Landkreis sei nach Kräften gesichert.

Die Zukunftsmaßnahmen des Landkreises im Brand- und Katastrophenschutz mit Blick auf die zunehmenden Wetterextreme liegen bereits vor. Geplant ist die Beschaffung eines Einsatzleitwagens ELW 2 als mobile Kommandozentrale , er soll am 19.5.2007 in Dienst gestellt werden. Die Kosten für das Fahrzeug werden 221 000 betragen, dazu kommen 20 ooo für die Technik im Führungsablauf.

Eine weitere Sandsack-Abfüllanlage , stationiert im südlichen Bereich des Landkreises, soll beschafft werden ; Kosten rund 16 000 inklusive Transportanhänger. Eine Hochleistungs-Schmutzwasserpumpe , Förderung mindesten 5 000 l pro Minute, wird 45 000 kosten, ein modulares Schutzsystem von flexiblen Elementen zur Hochwasserabwehr wird bis zu 20 000 erfordern. Die Gesamtkosten dieser Maßnahmen liegen bei 320 ooo Euro.

In Kostenhöhen nicht darstellbar seien die Investitionen in Schwerpunkt-Übungen zur Bewältigung von Elementarereignissen. Deren Dimensionen seien noch nicht absehbar - ein Abenteuer der Zukunft. Vom 10. bis 12. September gebe es dazu eine Standortausbildung mit Übung in der Katastrophenschutz-Schule Bayern beim Landratsamt Bayreuth.

Im überörtlichen Geräte-Beschaffungsplan stünden noch folgende Maßnahmen bis 2008 , sagte Dietel: Ersatzbeschaffung eines Mannschafts-Transportfahrzeuges für die UG-ÖEL für das veraltete Bundesfahrzeug; Beschaffung von Doppelkammerschläuchen für das Zurückhalten gefährlicher Flüssigkeiten, und die Beschaffung von Explosions-Warngeräten für alle 25 Löschzüge. Zurückgestellt bis nach 2008 sei die Einrichtung einer Brandübungsanlage, einer Beleuchtungseinheit "Power Moon" sowie weiterer Feldbetten.

"Es gibt keinen Einsatz, bei dem wir nicht auf den Menschen bauen müssen," sagte Landrat Dr.Dietel - dafür müsse auch bei knappen Kassen das Rüstzeug zu beschaffen sein, das den Rettungskräften Hilfe und Schutz verschaffe. Für die ehrenamtliche Leistung gebe es uneingeschränkten Dank; für den Kreisfeuerwehrverband die Anerkennung für alle Bemühungen um gebündelte Energie zur Sicherheit der Bevölkerung.

Bischofsgrüns Bürgermeister Stephan Unglaub sprach allen Familienangehörigen der Feuerwehrleute seinen Dank aus : stabile Hintergründe hielten den Aktiven den Kopf frei - damit könne man beruhigt in die Zukunft gehen. Auch die Jugend halte sich an die Grundsätze von Uneigennützigkeit und Verfügbarkeit , dem Code Moral der Feuerwehren.





Text und Fotos: Carolin Rausch, Leiterin Fachbereich Öffentlichkeitsarbeit

nach oben
der Landkreis Bayreuth - Vielfalt & Visionen Bezirksfeuerwehrverband BFV Oberfranken e.V. LFV Bayern e.V Der Deutsche Feuerwehrverband