Kommandantendienstversammlung

21.05.2007

Vor einer mehr als gut besuchten Kulisse eröffnete Kreisbrandrat Hermann Schreck am Vormittag des 20. Mai 2007 die Kommandantendienstversammlung im Rahmen des Kreisfeuerwehrtages in Bad Berneck.

Bürgermeister Bernd Albert erinnerte in seinem Grußwort an das Hochwasser im Mai 2006, bei dem rund 1000 Einsatzkräfte der verschiedenen Hilfsorganisationen nach Bad Berneck geeilt waren, um den Kampf gegen die Wassermassen aufzunehmen. Umso begeisteter zeigte er sich, daß nun, beinahe ein Jahr nach dieser Großschadenslage, die Feuerwehrleute zum Kreisfeuerwehrtag nach Bad Berneck gekommen waren.

Landrat Dr. Klaus Günter Dietel, für den der diesjährige Kreisfeuerwehrtag der dreißigste seiner Amtszeit darstellt, dankte der Feuerwehrführung, allen voran Kreisbrandrat Hermann Schreck, für die stets zuverlässige und nach vorne orientierte Zusammenarbeit. Insgesamt leisten derzeit 7.806 Feuerwehrleute, darunter 418 Frauen und 1.055 Jugendliche, aktiven Dienst und gewährleisten damit eine flächendeckende Gefahrenabwehr im Bayreuther Landkreis. Dr. Dietel erinnerte vor allem an die Elementarschadensereignisse aus dem vergangenen Jahr. Dabei sei der Sandsack, von denen allein im Mai 2006 rund 10.000 Stück in Bad Berneck befüllt und verbaut wurden, das wichtigste Einsatzmittel der Feuerwehr bei Hochwasser. Bereits 2003 wurde hierfür eine leistungsfähige Abfüllmaschine beschafft, eine zweite ist nun für den südlichen Landkreis vorgesehen. Ebenso ist die Beschaffung einer Schmutzwasserhochleistungspumpe vorgesehen. Den Gemeinden stehe zudem im Bereich des vorbeugenden Hochwasserschutzes eine Expertengruppe beratend zur Seite.
Die Bestandsgarantie der Ortsfeuerwehren, an der auch bei der momentan stattfindenden Novellierung des Bayerischen Feuerwehrgesetzes festgehalten werden soll, begrüßte Dr. Dietel außerordentlich. An der fachlichen Notwendigkeit der 10-Minuten-Hilfrist bestehen laut Dr. Dietel auch keine Zweifel, vielmehr sei dies in Bayern seit langem gängige Praxis. Der Vollzug der Alarmierungsneubekanntmachung, bei der nunmehr 67 Einsatzstichworte die bisherigen sieben Alarmstufen ersetzen, sei in der praktischen Umsetzung eine enorme Herausforderung. Allerdings erfahre hierdurch die Ortsfeuerwehr eine deutliche Aufwertung, da sie eine unverzichtbare Stütze dieses Systems darstellt.

Das Feuerwehrwesen im Landkreis werde zudem in enormer Weise gefördert: Die investiven Gesamtausgaben des Landkreises in der Zeit von 1978 bis heute belaufen sich auf über 5,3 Millionen Euro, bis 2008 werden diese auf etwa 5,7 Millionen Euro anwachsen. Bestes Beispiel dieser Investitionsmaßnahmen ist die Beschaffung des neuen ELW 2.

Kreisbrandrat Hermann Schreck dankte in seinem Bericht zunächst den Feuerwehrleuten der den Kreisfeuerwehrtag ausrichtenden Wehr Bad Berneck, mit ihrem Kommandant Wolfgang Maisel und Vorsitzendem Joachim Judas an der Spitze.

Bereits in den ersten fünf Monaten des Jahres seien wieder eine Vielzahl von Einsätzen durch die Feuerwehren geleistet worden, bei denen beispielsweise der Orkan "Kyrill" eine besondere Herausforderung darstellte. Insgesamt sei ein umsichtiges, zielstrebiges und ruhiges Arbeiten an den Einsatzstellen festzustellen. Im Bereich der hierfür erforderlichen Ausbildung leistet die Ausbildungsinspektion mit KBI Erwin Stahlmann an der Spitze hervorragende Arbeit.

Eng einher mit dieser Ausbildung schreitet eine intensive Jugendarbeit. In diesem Zusammenhang sind insbesondere der bevorstehende Kreisjugendfeuerwehrtag in Pottenstein am 27.07.2007 und der Bezirksjugendfeuerwehrtag am 29.09.2007 in Pegnitz sowie die Jugendfeuerwehrtage in den vier Inspektionen zu nennen.

Im April 2007 konnten die Landkreisfeuerwehren flächendeckend mit einheitlichen Funktionskennzeichnungswesten ausgestattet werden.

Der Bereich der Brandschutzerziehung konnte zudem personell komplettiert werden: So gibt es in jeder Inspektion nun einen Ansprechpartner. Das Aufgabengebiet der Notfallseelsorge wird künftig verstärkt aktiv werden, ein qualifiziertes Team wird für diese wichtige Aufgabe demnächst zusammengestellt.

Besonders am Herzen liegt dem Kreisbrandrat bei allem Wirken auch die Zusammenarbeit mit anderen Hilfsorganisationen und der Polizei. In der heutigen Zeit dürfe es diesbezüglich kein Grenzdenken mehr geben, soSchreck. Eine Zukunft mit Kameradschaftsgeist, in der offen und ohne Vorbehalte aufeinander zugegangen wird, ist erstrebtes Ziel.



Text und Fotos: Carolin Rausch und Sven Kaniewski, Fachbereich Öffentlichkeitsarbeit

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