Auftakt-Übung Inspektion IV im Rahmen der Feuerwehraktionswoche
"Zug brennt am Katzenbühltunnel - rund 30 Fahrgäste verunglückt"
16.09.2007
Eine aussergewöhnliche Großübung hat den Auftakt zur diesjährigen Feuerwehraktionswoche gebildet. In der Inspektion IV haben Kreisbrandinspektor Hans-Rainer Birkner und Speichersdorfs Kommandant Roland Steininger gemeinsam mit Führungskräften von Feuerwehr und Notfallmanagern der Deutschen Bahn einen nicht alltäglichen Übungseinsatz geplant. Man war von einem brennenden Zug direkt vor dem Katzenbühltunnel bei Ramlesreuth im Gemeindegebiet von Speichersdorf ausgegangen, in dessen Folge rund 30 Fahrgäste zum Teil schwerst verletzt wurden. Eine direkte Zufahrt mit Zugang zur Unglücksstelle gab es nicht, die Rettungskräfte mussten rund 850 Meter Gleise zu Fuß passieren. Mit diesen äußerst schwierigen Voraussetzungen einher gingen der Transport von sämtlichen Gerätschaften mittels fünf Rollwägen, die auch für den Abtransport der Verletzten verwendet wurden. Erschwerend hinzu kam der Zeitpunkt für die Übung: nachdem nur zwischen 23 und 3 Uhr kein Zug real die Strecke passiert, musste der Ernstfall von Samstag auf Sonntag Nacht geübt und der gesamte Einatzbereich ausgeleuchtet werden. Zudem mussten zwei lange Schlauchstrecken verlegt werden, die von einem offenen Gewässer und Tanklöschfahrzeugen gespeist wurden. Das vermeintliche Feuer griff vom Übungswagon auf die angrenzende Böschung und den Wald über, intensive Löscharbeiten wurden erforderlich. Die "Verletztenversorgung" übernahm das BRK. Unterstützt wurde der Einsatzleiter von der Unterstützungsgruppe Örtliche Einsatzleitung ( UG-ÖEL ) des Landkreises Bayreuth. Das THW Pegnitz leuchtete einen Hubschrauberlandeplatz aus, hier wurde mit rund 30.000 Watt Lichtleistung gearbeitet, die jedoch nach Einschätzung der Verantwortlichen für den Ernstfall nicht ausreichen würde. Überhaupt wurde bei der anschließenden Übungsbesprechung, die kurz vor Morgengrauen im Speichersdorfer Feuerwehrgerätehaus bei bester Verpflegung stattfand, deutlich, dass diese Übung die Einsatzkräfte im Ernstfall vor große Herausforderungen stellen würde. Als völlig unzureichend wurde die Anzahl der zur Verfügung stehenden Notrollwagen bemängelt. Würde man von einem derartigen Unglück mit realistischen 100 bis 200 Fahrgästen ausgehen, wäre eine schnelle Versorgung durch Abtransport von Verletzten nicht möglich. Kreisbrandrat Hermann Schreck dankte den Ehrenamtlichen für diesen besonderen Übungseinsatz und wertete das angenommene Szenario als äußerst realistisch und eindrucksvoll dargestellt. Insgesamt beteiligten sich an der Übung rund 280 Einsatzkräfte.
Die fünf Einsatzabschnitte:
EA 1: Wasserförderung
EA 2: Menschenrettung und Brandbekämpfung
EA 3: Wasserversorgung über offenes Gewässer
EA 4: Ausleuchten der Gleise
EA 5: Koordination der Rollwagen + Reservekräfte

Die Unterstützungsgruppe Örtliche Einsatzleitung "UG-ÖEL" beim Aufbau einer Relaisstation

Lagebesprechung vor der Großübung: ein Vertreter der Bundespolizei, Kreisbrandinspektor Hans-Rainer Birkner, Kreisbrandrat Hermann Schreck und Siegfried Simon von der Regierung von Oberfranken

über 850 Meter Gleise zu Fuß mussten die Rettungskräfte die Einsatzmittel bis zur Einsatzstelle bringen

Rettung eines "verunglückten" Fahrgastes - insgesamt 30 Verletzte mussten aus dem brennenden Zug gerettet werden

Atemschutzüberwachung

Während einige "Verletzte" schon in den speziellen Tragen auf ihren Abtransport warten, müssen die Leichtverletzten zunächst auf dem Gleis abgelegt werden

Bürgermeister Manfred Porsch machte sich vor Ort ein Bild über die Gegebenheiten im Gleisabschnitt und über die Leistungsfähigkeit der Feuerwehren - bei einer kleinen Rast auf der 850 Meter langen, unwegsamen Strecke ist unserem Fotograf dieser Schnappschuss gelungen

Mittels speziellen Notrollwagen wurden die "Verletzten" abtransportiert - bis zum Standort der Rettungssanitäter mussten rund 1000 Meter auf Gleisen zurückgelegt werden.

mit rund 42.000 Liter Wasser wurde der vermeintliche Brand des Übungswagons gelöscht. Löschfahrzeuge und ein offenes Gewässer lieferten das Wasser, das über lange Schlauchstrecken an die Einsatzstelle direkt vor dem Katzenbühltunnel geleitet werden musste.
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Text und Fotos: Carolin Rausch, Leiterin Fachbereich Öffentlichkeitsarbeit
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