Großübung im Fränkischen Wunderland
23.09.2007
Eine weitere anspruchsvolle und nicht unbedingt alltägliche Übung fand am Freitag, den 21. September 2007, im Freizeitpark "Fränkisches Wunderland" nahe Plech statt.
Es wurde angenommen, dass bei Baggerarbeiten im Bereich des sogenannten Bergwerkschachtes die Hauptstrom- sowie eine Gasleitung beschädigt werden. Beides führt durch Kurzschlüsse zu mehreren Bränden in den angrenzenden Gebäuden; eine fiktive Gasexplosion lässt den Bergwerkschacht teilweise einstürzen. Sämtliche Fahrgeschäfte, insbesondere das bekannte Riesenrad, stehen aufgrund des Zusammenbruchs der Stromversorgung still. Mehrere Personen sind verletzt, zahlreiche sind vermisst und weitere können sich nicht aus den Gondeln des Riesenrades befreien.
Über 170 Feuerwehrleute aus den Wehren Plech, Ottenhof, Betzenstein, Spies, Stierberg, Weidensees, Pegnitz, Neuhaus, Hüll, Leupoldstein, Ottenberg und Eichenstruth hatten dementsprechend alle Hände voll zu tun. Unter der Führung vom Kommandanten der Feuerwehr Plech, Harald Schöberl, wurden zur Bewältigung dieser Großschadenslage insgesamt sechs Einsatzabschnitte gebildet. Atemschutzgeräteträger kümmerten sich zunächst um die Rettung der Personen aus den brennenden Gebäuden und um die erste Brandbekämpfung. Die Feuerwehr Pegnitz befreite mittels der Drehleiter die hilflosen Personen aus dem Riesenrad. Weiterhin mussten, um die verschütteten Personen aus dem Bergwerk zu retten, mit Stützbauten ein sicherer Zugang zu dem kollabierten Schacht geschaffen werden. Zur Aufrechterhaltung der notwendigen Löschwasserversorgung wurde eine lange Schlauchstrecke verlegt. Kräfte des ASB Velden unter der Leitung von Roland Löb kümmerten sich um die medizinische Versorgung der glücklicherweise nur scheinbar verletzten Opfer. Die Unterstützungsgruppe Örtliche Einsatzleitung mit KBI Erwin Stahlmann an der Spitze leistete wertvolle Arbeit bei der Abwicklung der komplexen Übung.
Der zuständige Kreisbrandinspektor Adolf Mendel lobte in der nachfolgenden Besprechung das ruhige und geordnete Zusammenarbeiten aller beteiligten Kräfte. Dem schloss sich auch Kreisbrandrat Hermann Schreck an mit dem Hinweis, dass es in Zukunft mehr als bisher notwendig sein wird, gerade im Bereich der Landkreisgrenzen grenzüberschreitend miteinander zusammenzuarbeiten.
Regierungsrat Daniel Frieß vom Landratsamt Bayreuth zeigte sich erfreut, mit wieviel Engagement und Herzblut die Feuerwehrleute tagtäglich ihre Arbeit verrichten. Auch erinnerte er an die Hochwasserkatastrophe vor kurzem im Landkreis Forchheim. In diesem Zusammenhang überbrachte Frieß den Dank des Forchheimer Landrates für die Unterstützung seitens der Feuerwehrleute aus dem Bayreuther Landkreis. Für Kreisbrandrat Schreck sei es eine Selbstverständlichkeit, dass auch in Zukunft die nächstgelegenen Feuerwehren ohne Schrankendenken helfen werden.

Personenrettung aus den Gondeln des Riesenrades mit der Drehleiter aus Pegnitz.

Einsatzleiter Harald Schöberl auf der Anfahrt.

Rettung eines verletzten Maschinenführers.

"Frauen am Zug" - Eine junge Feuerwehrfrau bei der Rettung einer verletzten Person.

Stabilisierung des Einganges zum Bergwerkschacht.

Auch eine Reanimation musste durchgeführt werden - an einer speziell dafür vorgesehenen Übungspuppe.

"Achtung Schock !" - Ein Defibrillator kommt zum Einsatz.

Die verantwortlichen Führungskräfte - links Regierungsrat Frieß bei seinem Grußwort.
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Text und Fotos: Sven Kaniewski, Fachbereich Öffentlichkeitsarbeit
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