Seminar zum Thema Klimawandel

29.10.2007

Am Freitag, den 19.10.2007, hatte der Kreisfeuerwehrverband Bayreuth seine Mitgliedsfeuerwehren zum Besuch eines weiteren interessanten Seminars in diesem Jahr eingeladen.

Unter der Überschrift "Klimawandel und Katastrophenschutz in der Zukunft" wurde dabei ein Themenkomplex aufbereitet, der - so haben es bereits einige Einsätze aus 2006 und 2007 gezeigt - für die Feuerwehren von höchster Brisanz ist. Dementsprechend hoch war auch die Resonanz der Feuerwehrleute: Exakt 101 Teilnehmer konnten von Kreisbrandrat Hermann Schreck im Feuerwehrhaus Mistelgau begrüsst werden. Als Referent konnte mit Wolfgang Raab, Hauptabteilungsleiter Risk-Management der Versicherungskammer Bayern, ein hochkarätiger Fachmann gewonnen werden, der die Aufmerksamkeit der Feuerwehrleute für die nächsten 1 1/2 Stunden in seinen Bann zog.

Sicher sei, so Raab, dass der Klimawandel den Versicherungsbedarf zukünftig stark erhöhen werde. So müsse die Versicherungsbranche bereits jetzt für 2007 mit Schäden in Höhe von 35 Milliarden US-Dollar rechnen. Sturmereignisse haben in den letzten Jahren stetig zugenommen, wobei feststellbar sei, dass hierbei tendenziell insgesamt höhere Durchschnittsschäden anzutreffen seien. Der Orkan Kyrill, der am 18.01.2007 Deutschland weitgehend flächendeckend getroffen hatte, habe dabei alle Negativ-Rekorde gebrochen. Raab führte weiterhin aus, dass künftig typische Sturmschäden, wie beispielsweise abgedeckte Dächer und geknickte Kaminköpfe, häufiger anzutreffen sein werden. Aber auch der saisonale Niederschlag habe sich verändert: so wird in Zukunft mit mehr aber auch stärkeren Hochwassersituationen zu rechnen sein. Hierbei ging Raab auch exemplarisch auf das aktuelle Starkregenereignis in Baiersdorf (Landkreis Erlangen-Höchstadt) näher ein.

Für die Feuerwehren bedeutet dies im Ergebnis, dass sich die Einsatzschwerpunkte wohl verschieben werden: Es sei mit mehr Großeinsätzen zu rechnen, die insgesamt hohe Anforderungen an Koordination und Logistik stellen werden. Auch werde es künftig mehr als bislang notwendig, dass die verschiedenen Hilfsorganisationen enger zusammenarbeiten.

Seitens der Versicherungskammer Bayern wird im Zusammenhang mit dem Klimawandel auf vorbeugende Prävention gesetzt: Ein Beispiel hierfür ist das elektronische Unwetterfrühwarnsystem "WIND". Dies wurde in Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer-Institut für Software- und Systemtechnik und der meteomedia Deutschland GmbH "Jörg Kachelmann" - bekannt als ARD Wetterstudio Bochum - für die Kunden der Verischerungskammer Bayern entwickelt. Die Nutzer erhalten hierbei speziell für ihren Wohnort rechtzeitig Unwetterwarnungen per SMS, Fax oder E-Mail.



Bereits zu Beginn der Veranstaltung gab es für die Feuerwehrleute des Landkreises allen Grund zur Freude: Im Rahmen des 14. Bezirksjugendfeuerwehrtages wurden von Helmut Steck, Vertreter der Versicherungskammer Bayern, an die oberfränkischen Stadt- und Kreisbrandräte mobile Rauchverschlüsse übergeben (der KFV Bayreuth berichtete). Davon erhalten die Feuerwehren im Landkreis Bayreuth insgesamt acht Stück; einen weiteren Rauchverschluss erhält die Ausbildungsinspektion des Landkreises zu Übungszwecken. Kreisbrandmeister Ewald Berneth, gleichzeitig Fachausbilder für Atemschutz, nahm im Rahmen einer symbolischen Übergabe den Rauchverschluss entgegen und bedankte sich Namens der Feuerwehren hierfür recht herzlich.

Ein Blick durch die vollbesetzte Fahrzeughalle. Ein recht herzlicher Dank gilt hier den Kameraden der Feuerwehr Mistelgau für die Bewirtung !

Wolfgang Raab während seines Vortrages.

Zum Abschluss überreichte KBR Schreck zum Dank ein kleines Erinnerungsgeschenk - außerdem gab es für den Referenten eine Kappe des KFV Bayreuth für die "schlechten Tage".


Text und Fotos: Sven Kaniewski, Fachbereich Öffentlichkeitsarbeit

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