Zugführerdienstversammlung

29.10.2007

Anlässlich der Versammlung referierte eingangs ein Vertreter der EOn Bayern über die von Gas und Strom ausgehenden Gefahren im Einsatz. Neben Grundlagen über beide Energieträger, ging er abschließend auch auf aktuelle Einsätze im Landkreis diesbezüglich ein und versicherte eine stets offene Zusammenarbeit mit dem Energieversorger.

KBM Pöhlmann referierte anschließend über das Führungssystem der FwDV 100 sowie über die bisherige Umsetzung im Brand- und Katastrophenschutz des Landkreises Bayreuth. Neben dem Sachstandsbericht informierte der Vortrag auch über die Ziele und über die sowie die Zusammenarbeit mit der UG-ÖEL (Unterstützungsgruppe Örtliche Einsatzleitung) im Landkreis Bayreuth. Demnach befindet sich die Unterstützungsgruppe Örtliche Einsatzleitung und die Feuerwehrführung seit einiger Zeit im Wandel und in einem noch andauernden Umstrukturierungsprozess, um so den neuen Anforderungen und Rahmenbedingungen gerecht werden zu können (z.B. Zunahme von größeren Einsätzen und Führungsaufgaben, rechtliche Dokumentationsverpflichtung, ...).

Die Einheit blickt bereits auf eine lange Tradition (bereits zu TEL-Zeiten) zurück. Einige der anwesenden Mitglieder sind seit erster Stunde im Boot, die Einheit profitiert von deren langjähriger Einsatzerfahrung. Die UG-ÖEL besteht aus zwei Teilgliederungen, dem sog. Führungsstab und dem Betriebspersonal, zweitere bilden das für den Betrieb zwingend notwendige Rückgrat so der Referent!

Neben der Fahrzeugneubeschaffung des in die Jahre gekommenen ELW 2 als Konzeptbestandteil, gab es bereits grundlegende Änderungen in der Führungsorganisation (Einführung Führungsstab samt Vertretern und personelle Aufstockung der Einheit). Der Schwerpunkt der Arbeit der UG-ÖEL soll künftig auf Einsatzpräsenz und auf einer partnerschaftlichen und offenen Zusammenarbeit mit den Feuerwehren, Löschzügen, Hilfsorganisationen und KatS-Behörden liegen.

Eine qualifizierte Unterstützungsleistung für den jeweiligen Einsatzleiter soll letztendlich Ergebnis der vielschichtigen Bemühungen der Beteiligten sein, egal ob dieser auf Basis des Bayerischen Feuerwehr- oder Katastrophenschutzgesetzes tätig ist und welche Ausmaße der Einsatz im Einzelfall hat.

Die ersten, aber bei weitem noch nicht alle Schritte in die richtige Richtung wurden bereits vollzogen, weitere, wie z.B. neue Ausbildungsangebote im Bereich Führung und Einsatzleitung sind bereits in Arbeit und werden folgen.

Besonderes Augenmerk der Feuerwehrführung liegt hierbei in der Entwicklung und Förderung vorhandener Potentiale bei den Einsatzkräften an der Basis vor Ort. Feuerwehren und Löschzüge im Landkreis Bayreuth verfügen zudem bereits über zweckmäßige Führungsmittel und fundierte Erfahrungen in den Reihen der Einsatzkräfte (Fernmelder, Tagebuchführer). Eine Führungskraft allein auf Wald und Flur sollte bereits sein den Waldbränden der 70er Jahre der Vergangenheit angehören, so Markus Pöhlmann! Die örtlichen Teams in den Feuerwehren und Löschzügen werden immer die Erstphase im Einsatzverlauf bestreiten müssen und bilden zudem das Rückgrat des Brand- und Katastrophenschutzes bei größeren Einsätzen!

Was in der Erstphase nicht geleistet werden kann, kann später auch nicht nachgeholt werden! Hier muss das Augenmerk auf einen "soliden Führungsunterbau" gelegt werden, der in der tagtäglichen regelmäßig Praxis beübt wird. Konsequente Führungsunterstützung muss bereits auf der Ebene von Einsatzabschnitten und Fachdiensteinsatzleitungen beginnen, gefördert und ausgebaut werden. Pöhlmann beschoss den Vortrag mit einem passenden und im Führungs-Jargon allseits bekannten Zitat:

Wer das erste Knopfloch verfehlt, kommt mit dem zuknöpfen nicht mehr zu Rande" (J. W. v. Goethe).

KBR Schreck unterstrich anhand aktueller Fälle die vorangehenden Ausführungen zur Dokumentationspflicht und zum Einsatzaufkommen. Er stellte konkret in Aussicht, wohin der Weg gemeinsam mit der Feuerwehrführung und dem Landratsamt als verantwortliche Katastrophenschutzbehörde gehen wird. Das angedachte Ziel ist es, für den Fall der Verwendung der UG-ÖEL als Unterstützung für den ÖEL auch bei der "darunter" angesiedelten Feuerwehreinsatz- und Abschnittsleitung entsprechendes Personal und Material vorzuhalten.

Man ist bereits auf der Suche nach einem zweiten Standort für die UG-ÖEL, eine weitere Fahrzeugbeschaffung für die Feuerwehreinsatzleitung ist zudem geplant. Auf diese Weise soll eine flexible und schlagkräftige Einheit mit gegenseitiger Kreuzverwendung aufgebaut werden, so das Konzept.

Darüber hinaus werden landkreisweit in den Feuerwehren Führungstrupps etabliert, die z.B. Abschnittsleitern als feste Größe unterstützend zur Seite stehen können. Die Aus- und Fortbildung örtlicher Führungskräfte und entsprechenden Unterstützungspersonals wird sich im Ausbildungsplan für das kommende Jahr 2008 in Form zwei neuer Seminare finden, so die bisherigen Planungen der damit betrauten Führungskräfte.

Das man konsequent auf dem richtigen Weg sei, zeigten Erfahrungen aus bisherigen Einsätzen, die im September abgehaltene Standortschulung der Staatlichen Feuerwehrschule Geretsried und die Anfragen benachbarter Landkreis so Hermann Schreck.

Die Notwendigkeit und Sinnhaftigkeit der Zugführerdienstversammlung begründet sich im gegenseitigen Erfahrungs- und Informationstausch. Zweimal im Jahr haben die Löschzugvertreter auf diese Weise die Möglichkeit Feedback zu geben und Informationen aus erster Hand zu erhalten. KBR Schreck berichtete in seinen Ausführungen über weitere aktuelle Themen des Brand- und Katastrophenschutzes.

Last but not least hatte Funksachbearbeiter KBM Jürgen Wunderlich noch eine wichtige Anmerkung und Information für die Löschzugführer und bat um Verbreitung der Information in den eigenen Reihen: Im Zuge der Schulung und Fortbildung von Luftbeobachtern kommt es ab und zu vor, dass Feuerwehren von diesen über ihr auf dem Dach abgedrucktes KFZ-Kennzeichen im 4m-Band angesprochen werden!

Sollte also mal wieder eine unbekannte Stimme aus dem Äther ertönen: "Der über uns", so Wunderlich schmunzelnd mit einem Fingerzeig nach oben, hört auf den Rufnamen "Kater Bayreuth Land 15/1"!

Im Nachgang hatten die Anwesenden die Möglichkeit, die Mitglieder der UG-ÖEL kennen zu lernen und sich über deren Ausstattung anhand der beiden Fahrzeuge zu informieren. Die UG-ÖEL stand geschlossen Rede und Antwort und gab umfassend Auskunft zu Ihrer Tätigkeit.

Beide Vorträge können auf Nachfrage in Druckform zur Verfügung gestellt werden (Mail an KBM Markus Pöhlmann). Bilder uns Auszüge finden sich unten stehend.




Text und Fotos: KBM Markus Pöhlmann

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