Ausbildung zur Verkehrsabsicherung an Unfallstellen bei der Feuerwehr Bindlach

13.03.2008


Am Sonntag, den 2. März 2008 fand im Feuerwehrgerätehaus der Freiwilligen Feuerwehr Bindlach eine Ausbildung zur Verkehrsabsicherung an Unfallstellen statt. Neben den Feuerwehrleuten der Freiwilligen Feuerwehr Bindlach haben acht Helfer des Technischen Hilfswerks Bayreuth mit ihren Fahrzeugen an der Ausbildungsveranstaltung teilgenommen.

Martin Mulzer, Gruppenführer der Freiwillige Feuerwehr Bindlach, führte in die Problematik der Verkehrsabsicherung an Unfallstellen ein. Der Schwerpunkt der Veranstaltung lag vorrangig auf der Absicherung von Unfallstellen auf Autobahnen, da durch die Nähe zur Autobahn A 9 ein erheblicher Anteil der Einsätze in diesem Bereich geleistet werden muss. Folgeunfälle, verursacht durch Schaulustige oder unaufmerksame Kraftfahrer sind die Hauptprobleme, denen es mit einer ordnungsgemäßen Absicherung der Unfallstelle zu begegnen gilt. Durch eine weiträumige Absicherung der Einsatzstelle können schwerwiegende Folgeunfälle vermieden werden. An Beispielen wurden die nicht zu unterschätzenden Gefahren verdeutlicht, die durch Fahrzeuge entstehen, die auf die absichernden Einsatzfahrzeuge auffahren. Es ist oft zu beobachten, dass Verkehrsteilnehmer bei Annäherung an eine Einsatzstelle mit der Situation überfordert sind und deshalb unangemessen oder falsch reagieren.

Den Teilnehmern von Feuerwehr und THW wurden von Gruppenführer Mulzer die Rechtsgrundlagen erläutert, die bei verkehrsregelnden Maßnahmen zu beachten sind. Bereits bei der Anfahrt ist auf die eigene Sicherheit zu achten. Auch wenn die Kraftfahrer auf der Autobahn bereits eine Rettungsgasse gebildet haben, muss mit Kraftfahrern die falsch reagieren oder mit Personen auf der Fahrbahn gerechnet werden. Beim Ein- und Ausfahren über Behelfszufahrten ist besondere Vorsicht geboten, da viele Kraftfahrer an diesen Stellen nicht mit Fahrzeugen rechnen. Die Anfahrt über die Gegenfahrbahn der Autobahn darf nur nach ausdrücklicher Freigabe durch die Polizei erfolgen.

Als Selbstverständlichkeit muss es gelten, dass an der Einsatzstelle vollständige Warnkleidung getragen wird. Die Palette der zur Verfügung stehenden Mittel zur Absicherung der Einsatzstellen, vom Leitkegel bis zum Verkehrssicherungsanhänger, wurde eingehend erläutert. Die Sicherheit der Helfer muss immer Vorrang haben. Ein besonderes Augenmerk ist hierbei auf die vorgeschriebenen Sicherheitsabstände zu legen. Durch die Vollsperrung wird die Sicherheit der Helfer an der Einsatzstelle am besten gewährleistet und die räumlichen Verhältnisse für die einzuleitenden Maßnahmen sind optimal. Der Nachteil ist hierbei die schnelle Bildung eines großen Rückstaus mit der Gefahr von weiteren Unfällen. Es empfiehlt sich daher nach einer anfänglichen Vollsperrung, sobald es die Situation an der Einsatzstelle erlaubt, zumindest eine Fahrspur für den Verkehr freizugeben. Besondere Maßnahmen gelten bei der Landung von Rettungshubschraubern. So ist bei bestimmten Hubschraubern eine Vollsperrung von Fahrbahn und Gegenfahrbahn unumgänglich, um eine Gefährdung von vorbeifahrenden Fahrzeugen zu vermeiden.

Im Anschluss an die theoretische Ausbildung konnte auf dem Gelände der ehemaligen Kaserne der US-Armee am Bindlacher Berg das gelernte in der Praxis angewandt und das Zusammenwirken von Feuerwehr und THW geprobt werden. Die Feuerwehr Bindlach fuhr eine Einsatzstelle mit den nach der Ausrückeordnung vorgesehenen Löschfahrzeugen an und sicherte diese vorschriftsmäßig ab. Da auf diesen beiden Fahrzeugen nur begrenzt Material zur Verkehrsabsicherung mitgeführt wird, ist besonders auf Autobahnen wegen der dort gefahrenen hohen Geschwindigkeiten eine ergänzende Absicherung durch das Technische Hilfswerk sinnvoll. Unter Leitung von Zugführer Heiko Pöhnl wurden die absichernden Fahrzeuge des THW in die vorhandene Einsatzstelle integriert. Durch eine Sicherung der Einsatzstelle mit dem Warnleitanhänger können Unfallstellen bereits weit im Vorfeld kenntlich gemacht werden, so dass die Kraftfahrer ihr Verhalten rechtzeitig auf Gefahrenstellen und Fahrbahnverengungen einstellen können. Vor der Engstelle wird in der Regel durch ein weiteres Fahrzeug auf die zu erwartende Fahrbahnsperrung aufmerksam gemacht. Der Kleintransporter mit der dachmontierten Stauwarnanlage bewegt sich vor dem Stauende rückwärts, um Auffahrunfälle am Stauende zu vermeiden. Die Maßnahmen zur Verkehrsabsicherung können durch die Beleuchtungseinrichtungen des THW erforderlichenfalls ergänzt werden. Durch die Montage von Scheinwerfern auf den eingesetzten Fahrzeugen und den Einsatz von weiteren Fahrzeugen mit Stromerzeugern und Scheinwerfern ist es möglich, auch in der Nacht an Einsatzstellen taghelles Licht zu schaffen. Daneben kann die Kapazität der Stromerzeuger auch zur Versorgung von Geräten der Feuerwehr genutzt werden. Gruppenführer Martin Mulzer unterstrich die Notwendigkeit einer optimalen Ausleuchtung der Einsatzstelle mit den Worten "Nur eine beleuchtete Einsatzstelle ist eine sichere Einsatzstelle".

Ein wichtiges Anliegen der Ausbildungsveranstaltung war, neben der Unterrichtung über das korrekte Verhalten bei Anfahrt, an der Einsatzstelle und bei Absicherungsarbeiten, über die bei der Feuerwehr und beim THW vorhandenen Materialien und Fahrzeuge zur Verkehrsabsicherung zu informieren. Das Wissen über die Vorgehensweise und die Möglichkeiten der jeweils anderen Organisation führt zu einem besseren Verständnis und hilft Missverständnisse an der Einsatzstelle zu vermeiden. Durch die gegenseitigen Treffen und ein abgestimmtes Vorgehen ist es möglich die Verkehrsabsicherungsmaßnahmen eng miteinander zu verzahnen, sowie eine optimale Absicherung und damit ein Höchstmaß an Sicherheit für die Hilfskräfte aller Organisationen zu erreichen.




Text und Fotos: Harald Bittruf, THW OV BT

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