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Kommandantendienstversammlung in Speichersdorf
16.06.2008
Am Vormittag des 15. Juni 2008 fand in der Mehrzweckhalle Speichersdorf, traditionell eingebunden in den Kreisfeuerwehrtag, die Kommandantendienstversammlung statt.
Bürgermeister Manfred Porsch begrüßte die Feuerwehrführungskräfte namens der Gemeinde und der elf den Kreisfeuerwehrtag ausrichtenden Feuerwehren allesamt auf das Herzlichste in Speichersdorf und wünschte einen angenehmen Aufenthalt bei dieser zentralen Veranstaltung der 196 Freiwilligen Feuerwehren und einer Werksfeuerwehr im Landkreis Bayreuth.
MdL Walter Nadler, der stellvertretend für die Vertreter der Politik ein Grußwort sprach, dankte für die enorme Leistungsbereitschaft der ehrenamtlichen Feuerwehrleute. Hierbei begrüßte er die vor kurzem in Kraft getretene Novelle des Bayerischen Feuerwehrgesetzes, bei der insbesondere durch die Möglichkeit einer Mitgliedschaft in zwei Feuerwehren sowie durch die Aufnahme eines Freistellungsanspruches für volljährige Schüler und Studenten ein wertvoller Beitrag zur Sicherstellung der Tagesalarmsicherheit geleistet werde. Hierbei komme auch den unentbehrlichen Ortsfeuerwehren der Schutz durch die im Gesetz verankerte Bestandsgarantie zugute.
Kreisbrandrat Joachim Ranzenberger, stellvertretender Vorsitzender des Bezirksfeuerwehrverbandes Oberfranken, setzte sich in seinem Grußwort kritisch mit dem Zeitgeist und dem Anspruchsdenken der Gesellschaft auseinander. Er wertete die Arbeit der ehrenamtlich tätigen Feuerwehrleute als etwas nicht Selbstverständliches und appellierte an die Führungskräfte, die Kameradschaft und die Freude an ihrer Tätigkeit hoch zu halten.
Für Landrat Hermann Hübner, zugleich Schirmherr der Veranstaltung, war der Kreisfeuerwehrtag 2008 eine gelungene Premiere in seiner neuen Position. Namens seines Vorgängers, Dr. Klaus-Günter Dietel, der sich im wohlverdienten Urlaub befindet, übermittelte er die herzlichsten Wünsche. Landrat Hübner betrachtete die Tradition des nunmehr 36. Kreisfeuerwehrtages als eine große und wichtige Aufgabe, da hierbei das Ehrenamt im Mittelpunkt stehe und damit der unverzichtbare Einsatz der Feuerwehrleute für die Gesellschaft herausgestellt wird. Nicht zuletzt sei der Kreisfeuerwehrtag aber auch ein Fest der kameradschaftlichen Verbundenheit, der das Zusammengehörigkeitsgefühl der Hilfsorganisationen und der Bürgerschaft des Landkreises fördere.
Der Landkreis Bayreuth kann auf eine beeindruckende Zahl von 7.766 Feuerwehrleuten, hiervon 464 Frauen und 1.041 Jugendliche, verweisen, welche eine flächendeckende Gefahrenabwehr gewährleisten. Diese Anzahl sei, im Hinblick auf den Gesamttrend in Deutschland als durchweg positiv zu werten, da allgemein ein Rückgang der Feuerwehrdienstleistenden bei einer gleichzeitigen Zunahme der Einsätze zu beobachten sei. Von enormer Wichtigkeit müsse es daher sei, junge Leute für den Feuerwehrdienst zu gewinnen und somit den Nachwuchs zu sichern. Die Feuerwehren im Landkreis leisten hierbei eine hervorragende Jugendarbeit.
Der Landkreis Bayreuth hat zur Unterstützung der Feuerwehren insbesondere in der jüngsten Kreisauschusssitzung die Förderung einer Vielzahl wichtiger Beschaffungsmaßnahmen mit Kreiszuschüssen in Höhe von über 300.000,- Euro beschlossen. Im Bereich des Hochwasserschutzes wurde neben den bereits beschafften zwei Sandsackabfüllanlagen vor wenigen Wochen eine Hochleistungsschmutzwasserpumpe im Wert von 56.000,- Euro in Auftrag gegeben. Die Beschaffung eines mobilen Hochwasserschutzsystems werde voraussichtlich noch in diesem Jahr in die Wege geleitet.
Im Rahmen des überörtlichen Gerätebeschaffungsplanes hat der Landkreis bislang einen Gesamtbetrag von rund 5,7 Millionen Euro an Fördermitteln gewährt, beziehungsweise für eigene Beschaffungen ausgegeben. Es stehe für Landrat Hübner außer Frage, dem neuen Kreistag eine erneute Fortschreibung des Ende 2008 auslaufenden Beschaffungsplanes vorzuschlagen. Oberste Maxime müsse dabei sein, zukunftsorientiert all die Einsatzmittel zur Verfügung zu stellen, die eine effektive Hilfe für die Betroffenen bei gleichzeitigem Schutz der Einsatzkräfte ermöglichen, um damit die Sicherheitsstrukturen im Landkreis noch weiter zu verbessern. Die Vorarbeiten hierfür werden unter Federführung des Landratsamtes in enger Abstimmung mit der Feuerwehrführung, allen Hilfsorganisationen und den Gemeinden in der zweiten Jahreshälfte intensiv angepackt.
In Bezug auf die Errichtung und den Betrieb der Integrierten Leitstelle (ILS) Bayreuth/Kulmbach führte Landrat Hübner aus, dass die insofern einstimmig verabschiedete Lösung vorsehe, dass die Stadt Bayreuth mit einem Anbau an das Gebäude der Ständigen Feuerwache die baulichen Voraussetzungen schaffen solle und der BRK-Kreisverband Bayreuth den Betrieb der Leitstelle übernehmen werde. Diese Kooperation stelle sowohl für die Bevölkerung als auch für die Belange der Einsatzkräfte aller Organisationen eine solide Basis für den Aufbau und den späteren Betrieb der ILS dar und stehe für ein Miteinander aller an der Gefahrenabwehr beteiligten Hilfsorganisationen. Das BRK sei derzeit intensiv damit befasst, eine Qualifizierungskonzept für die künftigen Mitarbeiter der ILS zu erstellen, das beide Einsatzbereiche – Rettungsdienst wie Brand- und Katastrophenschutz – gleichwertig berücksichtigt. In der Stadt Bayreuth laufen bereits entsprechende Planungsarbeiten. Bis zur Aufnahme des Echtzeitbetriebes sei wohl mit einem Zeitbedarf von mindestens zwei Jahren zu rechnen.
Kreisbrandrat Hermann Schreck dankte zunächst ganz besonders allen elf Feuerwehren der Gemeinde Speichersdorf für die Bereitschaft zur Ausrichtung des Kreisfeuerwehrtages 2008.
In den vergangenen Monaten wurde wieder eine Vielzahl von Einsätzen erfolgreich bewältigt, bei der insbesondere der Großbrand in der Ortsmitte von Hainbronn eine echte Herausforderung für alle eingesetzten Kräfte dargestellt hat. Hierbei habe sich aber auch gezeigt, dass alle beteiligten Organisationen, egal ob Feuerwehr, Polizei, Rettungsdienst oder THW, sowohl im Bereich der Führung als auch in der „kämpfenden Truppe“ in vorbildlicher Weise zielstrebig, umsichtig und ruhig zusammengearbeitet hatten und sich somit das Ansehen der Bürgerinnen und Bürger und der politisch Verantwortlichen wohlverdient haben. Die enge Zusammenarbeit wurde erleichtert durch die Ausstattung der Feuerwehren mit den Funktions-Kennzeichnungswesten im April 2007. Hierfür seien aber auch eine gute Ausbildung, bei der insbesondere das spezielle Fachwissen, beispielsweise im Umgang mit den unlängst von der Versicherungskammer Bayern erhaltenen Rauchverschlüssen immer mehr Platz einnehme, ebenso wie eine zeitgemäße Ausrüstung zwingend erforderlich. Die Ausbildung der Zukunft müsse künftig sowohl auf Großschadenslagen ausgerichtet werden, vor allem wegen der Bedrohungen durch den Klimawandel, aber auch das altbewährte Ausbildungsprogramm immer wieder den neuen Herausforderungen angepasst werden, wie es zum Beispiel im Rahmen der interdisziplinären Ausbildung „Patientengerechte Rettung“ vermittelt wird.
Eng einher mit dieser Ausbildung schreitet eine intensive Jugendarbeit, bei der vor allem die Jugendfeuerwehrtage in den Inspektionen einen hohen Stellenwert einnehmen. Das vergangene Jahr war insbesondere wegen der Abhaltung des Kreisjugendfeuerwehrtages in Pottenstein und des Bezirksjugendfeuerwehrtages in Pegnitz ein ganz besonderes Glanzlicht in der Jugendarbeit. Dank gebühre hierfür dem Kreisjugendfeuerwehrwart KBM Stefan Steger mit seinem Team.
Auch bat KBR Schreck, in Zukunft verstärkt darauf zu achten, ob es notwendig sein könnte, einen Notfallseelsorger an die Einsatzstelle zu holen, da es zum Beispiel bei Brandeinsätzen sinnvoll ist, Menschen zu betreuen, bei denen die Sorge und Angst um die eigene Existenz zum Problem werden könnte. Hierbei wird künftig die Fachberaterin Ursula Grundmann die Ausbildung von Einsatzkräften und die dementsprechende Zusammenarbeit der Organisationen übernehmen.
Zum Abschluss seiner Ausführungen zeigte sich KBR Schreck zuversichtlich, dass trotz großer Herausforderungen im Feuerwehrbereich die Feuerwehren ihren herausgehobenen Platz in der Gesellschaft behalten werden , da sie sich in ihrer über 150-jährigen Geschichte zu allen Zeiten für die Allgemeinheit eingebracht haben und sich dabei ihre Tugenden Hilfsbereitschaft, Freiwilligkeit und Uneigennützigkeit, bewahrt haben.

Bürgermeister Manfred Porsch bei der Begrüßung. 
MdL Walter Nadler 
KBR Joachim Ranzenberger 
Ein glänzend gelaunter Landrat Hermann Hübner. 
KBR Hermann Schreck 
Blick auf die Bühne. Text und Fotos: Sven Kaniewski, Fachbereich Öffentlichkeitsarbeit
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