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Einsatzkonzept 2020 vorgestellt
09.09.2008
In den vier Inspektionen des Landkreises Bayreuth stellte Kreisbrandrat Hermann Schreck im Laufe der vergangenen beiden Wochen das sogenannte Einsatzkonzept 2020 vor. Dieses ist bayernweit bislang einzigartig und soll deswegen hier näher erläutert werden.
Dessen Ziel läßt sich in kurzen Worten dahingehend zusammenfassen, daß auch in Zukunft gewährleistet sein muß, in Not geratenen Menschen schnell, sicher und effektiv, aber auch in wirtschaftlich vertretbarer Weise, Hilfe leisten zu können.
Die Feuerwehren werden sich in den nächsten Jahren verstärkt mit vielfältigen Problemen beschäftigen müssen. Beispielsweise sinkt die Zahl der Feuerwehrdienstleistenden trotz umfangreicher Jugendarbeit sowohl Deutschlandweit als auch im bayerischen Durchschnitt. Auch ist feststellbar, daß eine stetige Kostensteigerung nicht nur den privaten Lebensbereich erfaßt hat, sondern in der Endkonsequenz auch die Feuerwehren betrifft, wobei insbesondere staatliche Zuschüsse hierfür nur in begrenztem Umfang vorhanden sind.
Ebenso gehört die Abarbeitung von Unwettereinsätzen bereits heute zum jährlichen Einsatzgeschehen der Feuerwehren. Diese Art von Einsätzen ist nicht planbar, sie werden aber in nächster Zeit ständig zunehmen (Stichwort: Klimawandel). Unmittelbar nach solchen Unwettern werden in den betroffenen Gebieten meist die Feuerwehren um Hilfe gerufen, denn diese kann aufgrund ihrer Struktur meist auch schnelle Hilfe bieten.
Vor diesem Hintergrund sprach KBR Schreck zahlreiche Maßnahmen an, um die Schlagkraft der Feuerwehren in Zukunft nicht nur zu erhalten, sondern auch kontinuierlich weiter zu erhöhen. Das bereits vor vielen Jahren eingeführte Löschzugkonzept hat sich seither mehr als bewährt. Dieses muß, als Grundlage für die künftigen Pläne, unbedingt beibehalten und bei Bedarf weiter ausgebaut werden. Derzeit sind im Landkreis Bayreuth insgesamt 27 Löschzüge installiert.
Vorgeschlagen wurde zunächst ein gemeinsames, flexibles Wechselladerkonzept, bei dem die Feuerwehren in den vier Inspektionen im Bedarfsfall schnellen Zugriff auf Spezialausrüstung haben, wie zum Beispiel einen Abrollbehälter für Atem- bzw. Strahlenschutz oder Sonderlöschmittel. Vorteil hiervon ist, daß sich durch die rasche Verfügbarkeit von speziellen Gerätschaften, die nicht unbedingt zur Standardausrüstung einer einzelnen Feuerwehr gehört, zunächst die Effizienz im Einsatz erhöhen wird. Anderseits werden gleichzeitig Kosten gespart, denn doppelte Beschaffungen - gerade im Bereich der kostenintensiven Spezialgeräte - können so vermieden werden. Durch eine enge Abstimmung der einzelnen Inspektionen im Landkreis Bayreuth werden regionale Schwerpunkte gesetzt und dadurch die Gefahrenabwehr zu Gunsten der Bürger erhöht. Ziel ist es, für jede Inspektion ein Wechselladerfahrzeug zu beschaffen sowie bis zum Jahr 2020 in jeder Inspektion drei Abrollbehälter mit unterschiedlicher Beladung zu stationieren. Durch die Schaffung sogenannter Ausbildungszentren an den jeweiligen Stationierungsorten der Wechsellader kann weiterhin die umfangreiche feuerwehrtechnische Ausbildung nicht nur intensiviert, sondern auch optimiert werden.
Ein weiterer Gedanke ist es, im westlichen und östlichen Landkreis einen Standort zu finden, welcher mit einer Drehleiter des Typs DL(K) 18/12 ausgestattet wird. Mit derzeit zwei vorhandenen Drehleitern liegt der Landkreis Bayreuth unter dem Durchschnitt. Der westliche und östliche Landkreis kann nur mit Unterstützung der Nachbarlandkreise und der kreisfreien Stadt Bayreuth abgedeckt werden, wobei teilweise größere Anfahrtswege in Kauf genommen werden, was unter Umständen den einsatztaktischen Wert einer Drehleiter in Frage stellen kann.
Durch die Einbindung der im Landkreis vorhandenen Wärmebildkameras können entsprechende Einsätze effektiver und sicherer, beispielsweise bei der Suche nach vermissten Personen im Brandeinsatz oder dem Auffinden von Glutnestern, abgearbeitet werden. Eine Wärmebildkamera pro Inspektionsbereich ist dabei eine vernünftige Grundausstattung für die Landkreisfeuerwehren.
Darüberhinaus ist angedacht, pro Inspektion zwei Mehrzweckfahrzeuge sowie entsprechendes Bedienungspersonal auszuwählen, welche im Bedarfsfall zur Führung eines Einsatzabschnittes zusätzlich mit alarmiert werden können, um den vor Ort eingesetzten Führungskräften nicht nur Schutz vor schlechter Witterung zu bieten, sondern auch einen qualifizierten Arbeitsraum zur Verfügung zu stellen. Diese Aufgabe kann grundsätzlich nur bedingt von Zugführungsfahrzeugen und deren Besatzungen wahrgenommen werden, denn damit sind die betroffenen Löschzüge gebunden und nicht mehr bedarfsorientiert einsetzbar.
Zum Abschluß regte KBR Schreck alle beteiligten Feuerwehrführungskräfte an, dieses zukunftsweisende Konzept konstruktiv zu diskutieren und zu helfen, es im Sinne sämtlicher Feuerwehren des Landkreises weiterzuentwickeln und zu verbessern.

KBR Hermann Schreck während der Vorstellung des Einsatzkonzeptes 2020. 
Das geplante Konzept, welches in den vier Inspektionen jeweils im Rahmen einer Dienstversammlung durchgeführt wurde, stieß insgesamt auf hohes Interesse. Text und Fotos: Sven Kaniewski, Fachbereich Öffentlichkeitsarbeit
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