Spektakuläre Einsatzübung des Landkreises Bayreuth

06.09.2008


Rund 350 Einsatzkräfte von Feuerwehr und rund 100 Helfer von BRK, Bergwacht, Malteser und THW probten am Nachmittag des 06.09.2008 einen Katastrophenfall.

Von folgendem Szenario war man ausgegangen:

Eine Militärmaschine Transall C-160 D der Bundeswehr war auf dem Weg zum Truppenübungsplatz in Grafenwöhr und meldete dem Tower am Flugplatz Bayreuth-Bindlacher Berg technische Probleme an den Triebwerken und starke Rauchentwicklung im Frachtraum.

Beim Landeversuch am Flugplatz bemerkte die Besatzung, dass die Landebahn zu kurz wird. Die Besatzung versuchte daraufhin, eine Wendeschleife zu drehen. Die Bordbesatzung entschloss sich, aufgrund der Rauchentwicklung im Flugzeug letztendlich zu einer Notlandung auf einer landwirtschaftlichen Fläche in der Nähe des Industriegebietes Goldkronach.

Im Landeanflug traten technische Probleme mit der Treibstoff-versorgung des rechten Triebwerkes auf, worauf dieses überhitzte und in Brand geriet. Der Propeller löste sich und prallte im Bereich der Peuntgasse im Industriegebiet Goldkronach auf das dortige Gebäude einer Firma, welche zum Teil einstürtzte und stark qualmte. Die Trümmerteile kamen auf der vorbeiführenden Kreisstraße BT 12 zum Liegen, ein Fahrstreifen wurde dadurch blockiert.

Aufgrund der Steuerungsprobleme un der mittlerweile geringen Höhe im Landeanflug auf die Wiesenflächen sackte die Transall C-160 D ab und berührte mit den Tragflächen die Gebäude zweier Firmen, so die Annahme des Szenarios. Die Dachhaut der Firmen und die Fassadenkonstruktion wurden dadurch stark beschädigt, Teile davon stürzten ein. Es wurden Personen getötet, weitere unter den Einsturztrümmern verschüttet. Durch Kurzschluss und Funkenflug entzündete sich die Inneneinrichtung des Gebäudes und geriet in Brand.

Weiter wurde ein Teil der linken Tragfläche, woran sich der Treibstofftank befand, abgerissen und schlug in die Halle einer Maschinenbaufirma ein. Dadurch kam es zu einem Brand im Umkreis der Einschlagstelle, der sich schnell über die gesamte Firmenhalle ausbreitete. Auf einem Parkplatz zwischen den beiden betroffenen Firmen waren einige Mitarbeiter bei Schichtwechsel gerade dabei, das Gelände mit ihrem PKW zu verlassen. Durch herumfliegende Wrackteile wurden einige Menschen getötet, andere schwer eingeklemmt.

Das Wrack der Militärmaschine kam auf der angrenzenden Fläche nach ca. 200 Metern Gleitspur zum Liegen. Aufgrund der beim Aufprall beschädigten Treibstoffleitungen kam es zum Auslaufen von Kerosion und zum Brand eines Teils der Gleitspur auf der landwirtschaftlichen Fläche. Die Maschine selbst geriet nicht in Brand. Der Laderaum war geöffnet, darin vorhandene Gepäckstücke wurden aus den Halterungen gerissen und lagen verstreut umher.

Nach Auskunft der Piloten befand sich unter anderer medizinischer Ausrüstung ein Röntgengerät, das zur Auslieferung an das Bundeswehrkrankenhaus Amberg vorgesehen war, im Laderaum. Die Bauteile des Röntgengerätes wurden als Einzelteile verpackt.

Dem angenommenen Schadenszenario, das im Ernstfall vermutlich den Ausruf des Katastrophenfalles zur Folge gehabt hätte, folgte die Alarmierung eines Großaugebotes von Hilfs- und Rettungskräften von Freiwilligen Feuerwehren des Landkreises Bayreuth, Kulmbach sowie der Stadt Bayreuth. BRK, Bergwacht, Malteser und THW eilten an die fiktive Einsatzstelle. Übungsbeobachter, unter anderem Führungskräfte aus dem Landkreis Kulmbach, Kreisbrandrat Hermann Schreck und Goldkronachs Bürgermeister Günter Exner, betrachteten die Arbeit der Einsatzkräfte. Im Übungseinsatz waren über 500 Ehrenamtliche. Die Übung dauerte über drei Stunden.






Text: Gerhard Eichmüller, Carolin Rausch, FB Öffentlichkeitsarbeit
Fotos: KBM Waldemar Adelhardt, Kerstin Schmidt

nach oben
der Landkreis Bayreuth - Vielfalt & Visionen Bezirksfeuerwehrverband BFV Oberfranken e.V. LFV Bayern e.V Der Deutsche Feuerwehrverband