Feuer auf Burg Rabenstein – Auftakt zu den Inspektionsübungen im Landkreis Bayreuth

25.09.2008


Die erste von insgesamt vier Inspektionsübungen im Rahmen der diesjährigen Feuerwehraktionswoche fand am Mittwoch, den 24. September 2008, auf der Burg Rabenstein im Ahorntal statt.

Das durchaus anspruchsvolle Übungsszenario sah vor, dass sich ein Brand vom Küchen- und Heizungsbereich der achtstöckigen Burg, welche vor allem als Beherbergungsbetrieb genutzt wird, rasch ausbreitet. In der dort befindlichen Burghalle, dem Jagdzimmer sowie dem Speise- und dem Rittersaal halten sich zu jenem Zeitpunkt neben dem Servicepersonal insgesamt 45 Gäste auf. Bei Eintreffen der ersten Feuerwehren ist nicht bekannt, wie viele der zum Teil in Panik geratenen Personen sich noch in der Burg befinden. Während starker Rauch aus den Fenstern dringt, fällt der Strom im gesamten Gebäude aus.

Gegen 18.00 Uhr erfolgt seitens der Feuerwehreinsatzzentrale Bayreuth entsprechend dem vorhandenen Alarmplan die Alarmierung zu dem angenommenen Großbrand (Alarmstufe 3). Daraufhin rücken der 23. Löschzug Ahorntal (Kirchahorn – Körzendorf – Oberailsfeld), der 1. Löschzug Pegnitz, der 7. Löschzug Pottenstein, der 20. Löschzug Trockau sowie die Feuerwehren Waischenfeld, Christanz, Adlitz, Freiahorn, Reizendorf, Poppendorf, Gereuth, Volsbach und Langenloh aus.

Die Einsatzleitung über die rund 300 Feuerwehrleute oblag dem Kommandanten der Feuerwehr Kirchahorn und Zugführer des 23. Löschzuges, Albin Zahn, dem seinerseits der zuständige Kreisbrandmeister Waldemar Adelhardt und die Unterstützungsgruppe Örtliche Einsatzleitung (UG-ÖEL) zur Seite standen. Zur Bewältigung der vielfältigen Übungsziele wurden insgesamt sieben Einsatzabschnitte gebildet, wobei naturgemäß die Menschenrettung und die Eindämmung des mit künstlichem Nebel simulierten Brandes im Vordergrund standen. Darüberhinaus stellte die Sicherung der Löschwasserversorgung zu der auf einem Felsvorsprung gelegenen Burg über zwei lange Schlauchstrecken eine besondere Herausforderung dar. 16 Kräfte des Malteser Hilfsdienstes Waischenfeld und der SEG Mistelgau kümmerten sich um die medizinische Versorgung der nach und nach geretteten Verletztendarsteller.

In der sich unmittelbar anschließenden Übungsnachbesprechung bedankte sich Kreisbrandinspektor Adolf Mendel insbesondere bei dem „Burgherrn“ und Geschäftsführer der Burg Rabenstein Event GmbH, Herrn Wolfgang Deß, für das Zurverfügungstellen des Übungsobjektes und die Verpflegung der Einsatzkräfte. Auch Kreisbrandrat Hermann Schreck sprach allen Beteiligten seinen Dank und Anerkennung aus. Die „Herausforderung Burg Rabenstein“ sei durch gute Ausbildung und hohe Motivation erfolgreich bewältigt worden.

Für Landrat Hermann Hübner, der sich zusammen mit Rudi Adler und Harald Bittruf vom Sachgebiet 3/30 des Landratsamtes Bayreuth ein Bild von dem Ablauf der Übung verschaffte, ist die derzeit stattfindende Feuerwehraktionswoche eine Premiere in seiner Amtszeit. Er zeigte sich begeistert von dem hervorragenden Zusammenspiel der eingesetzten Organisationen und würdigte dieses Engagement als einen unverzichtbaren Dienst an der Gemeinschaft.

Seinen Worten, seitens des Landkreises stets das Erforderliche für die Feuerwehren zur Verfügung zu stellen, ließ er sogleich Taten folgen: Im Jahr 2007 wurde eine Sandsackabfüllanlage durch den Landkreis beschafft, welche in dem neuen Feuerwehrhaus Kirchahorn stationiert ist. Bei Einsatz dieser überörtlich bedeutsamen Anlage herrschen in der logischen Konsequenz bestenfalls schlechte Witterungsverhältnisse. Da es demzufolge vielfach nicht möglich ist, die dort eingesetzte Bedienungsmannschaft in den zwingend notwendigen Ruhephasen an einem trockenen Ort unterzubringen, hat der Landkreis sich im Interesse der Feuerwehrleute dazu entschlossen, ein Aufenthaltszelt im Wert von rund 2.900,- € zur Verfügung zu stellen. Im Rahmen der Übungsnachbesprechung wurde das vor kurzem ausgelieferte Zelt nunmehr an Zugführer Albin Zahn offiziell übergeben.



Personenrettung in historischem Umfeld.

Die Kameraden des MHD Waischenfeld beim Zeltaufbau.

Landrat Hübner packte bei der offiziellen Übergabe des Aufenthaltszeltes an den 23. Löschzug Ahorntal kräftig mit an.

Starke Rauchschwaden bei Eintreffen der Feuerwehr am Übungsobjekt.


Text: Sven Kaniewski, Fachbereich Öffentlichkeitsarbeit
Fotos: Sven Kaniewski, Gerhard Eichmüller und Martin Tauber - Fachbereich Öffentlichkeitsarbeit

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