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Brandschutz in Pflegeeinrichtungen - Seminar beim BRK
30.09.2008
Brandschutz in Pflegeeinrichtungen - fit für den Ernstfall ?
Ein brennendes Thema im wahrsten Sinne des Wortes!
Die Berufsfachschulen für Altenpflege und Altenpflegehilfe des Bayerischen Roten Kreuzes in Bayreuth legen beim Brandschutz großen Wert auf Prävention.
Aus diesem Grund finden in den Berufsfachschulen jährlich
Seminartage für die neu mit der Ausbildung beginnenden Klassen statt. Spätestens seit dem Brand eines Seniorenheims in Egg im österreichischen Vorarlberg, bei dem im Februar 2008 elf Menschen im Inferno ihr Leben ließen, steht der Brandschutz in Alten- und Pflegeeinrichtungen auch im Fokus der Öffentlichkeit und der zuständigen Aufsichtsgremien wie dem Medizinischen Dienst der Krankenversicherung (MDK) und der Heimaufsicht. Am 12. Mai 2007 brannte es in den frühen Morgenstunden in einem Altenheim in Nürnberg. 37 Bewohner mussten hier mit teils schweren Rauchgasvergiftungen von der Feuerwehr gerettet und vom Rettungsdienst anschließend versorgt werden.
„Das sind genügend aktuelle Anlässe, welche die Notwendigkeit von einer gelebten Sicherheitskultur in Senioreneinrichtungen deutlich unterstreichen“, so Brandschutz-Seminarleiter Markus Pöhlmann.
Aus diesem Grund durchlaufen seit dem Schuljahr 2007/2008 alle Auszubildenden der BRK Berufsfachschulen für Altenpflege und Altenpflegehilfe verpflichtend ein eintägiges Seminar im Rahmen ihrer beruflichen Ausbildung. Dieses bereitet sie auf die spätere Tätigkeit in
der Praxis vor und vermittelt wertvolle Denkanstösse. Ein fertiges und allgemein gültiges Patentrezept gibt es nicht, so Pöhlmann.
Jeder der Schüler muss das aufeinander aufbauende
Sicherheitskonzept in Pflegeeinrichtungen verstanden haben und seinen eigenen Beitrag im späteren Berufsalltag leisten. Vom baulichen, bis hin zum abwehrenden Brandschutz müssen am „Tag X“ alle Bestandteile des Sicherheitskonzeptes ineinander greifen.
Ein weiteres Ziel des Seminars ist es, die Schüler für die besonderen Gefahrenmomente in Senioreneinrichtungen zu sensibilisieren. Neben einer großen Menschenansammlung, sind es vor allem die psychischen und physischen Besonderheiten der Patienten. Immobilität, Altersdemenz und Verwirrtheit sind verschärfende Faktoren, wenn es zu einem Feuer in einem Altenheim kommt. Stress und Hektik müssen durch klare Handlungsstrategien möglichst gering gehalten werden. Um diese Strategien am „Tag X“ abrufen zu können, muss bereits vorher ein Bewusstsein für die spätere Verantwortung gegenüber den zum Schutz befohlenen Bewohnern
und Patienten vorhanden sein.
Die oft jungen Mitarbeiter tragen in diesem Fall eine große
Verantwortung. Notfallkonzepte sollten am besten unter Beteiligung aller - also Leitung und Mitarbeiter - gemeinsam erarbeitet worden sein. Örtliche Feuerwehren und die Hilfsorganisationen wie das Bayerische Rote Kreuz unterstützen an der Schnittstelle gerne durch ihre fachliche Beratung.

Die Teilnehmer des Seminars, das Markus Pöhlmann leitete Text und Fotos: Markus Pöhlmann
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