Schulterschluss der Hilfsorganisationen: Rettungsdienst und Feuerwehr trainieren im gemischten Doppel

06.09.2009


In der Einsatzpraxis der Feuerwehr entfallen statistisch auf einen Brand vier Technische Hilfeleistungen, darunter eine enorme Vielzahl an zum Teil schwersten Verkehrsunfällen. Aufgrund dessen ist eine realitätsnahe praktische Aus- und Fortbildung heutzutage unverzichtbar.

Diesem Ziel hat sich die Ausbildungsinspektion der Feuerwehren des Landkreises Bayreuth verschrieben, unter deren Regie am Samstag, den 05. September 2009, ein ganztägiger Lehrgang zum Thema "Patientengerechte Rettung" in Altenplos stattfand. Insgesamt beteiligten sich hieran 22 Teilnehmer aus den Wehren Altenplos, Creußen, Glashütten, Hauendorf, Lehen, Leisau, Neunkirchen, Plech und Stockau. Da bei dieser Sonderausbildung die Praxisbezogenheit im absoluten Vordergrund steht, nehmen hieran seit Jahren auch Kräfte des Bayerischen Roten Kreuzes teil. Durch das direkte Zusammenarbeiten beider Organisationen und dem daraus resultierenden Lerneffekt werden technische Rettung und Notfallmedizin optimal vereint.

KBI Harald Schöberl, Leiter der Ausbildungsinspektion, referierte im Rahmen des Vormittagsprogrammes über das richtige Vorgehen bei Verkehrsunfällen und berichtete unter anderem über neue Fahrzeugkonstruktionen, welche zwar zum einen die Zahl der Verkehrstoten stetig senken, zum anderen aber auch die Feuerwehren vor immer neue Herausforderungen stellen.

KBM Heiko Rauh erläuterte die zunehmende Relevanz einer lückenlosen Einsatzdokumentation. Gleichzeitig machte er deutlich, dass für einen reibungslosen Einsatzablauf sowohl eine zügige Lagefeststellung als auch kontinuierliche Lagemeldungen an die Leitstelle unerlässlich sind.

Lehrrettungsassistent Martin Kraus stellte das sogenannte "Ping-Pong-Prinzip" vor, das die Zusammenarbeit von Rettungsdienst und Feuerwehr versinnbildlicht. Dieses wurde in der Fahrzeughalle des Altenploser Feuerwehrhauses näher veranschaulicht, indem eine verletzte Person Schritt für Schritt und unter kombinierter Vorgehensweise aus einem PKW gerettet wurde.

Der anschließende Nachmittag hatte es dann für die Teilnehmer in sich. Bei einem simulierten Verkehrsunfall zwischen zwei Fahrzeugen wurden insgesamt sechs Personen eingeklemmt und dabei schwer verletzt. Dem Einsatzleiter, Kommandant Oliver Becker von der Feuerwehr Glashütten, standen zur Bewältigung dieser umfangreichen Schadenslage die Gruppenführer Bertram Neumann, Kommandant der FF Neunkirchen, und Hans-Georg Neukam, Kommandant der FF Leisau, zur Seite. Durch geschickt eingestreute Zwischenfälle, beispielsweise das anschließende Verunglücken eines Motorradfahrers im Stauende oder das plötzliche Auftauchen von Angehörigen der Verunfallten wurde der Spannungsbogen der Teilnehmer über lange Zeit aufrechterhalten.

Als Übungsbeobachter unterstützten der Leiter der Integrierten Leitstelle und darüber hinaus verantwortlicher Initiator jenes Ausbildungskonzeptes, Markus Ruckdeschel, sowie KBM Rauh, KBM Matthias Potzel und KBM Ewald Berneth. Bei der abschließenden Manöverkritik, bei der insbesondere Markus Ruckdeschel die verschiedenen Arbeitsweisen und Blickwinkel der beiden Organisationen Revue passieren ließ, waren sich alle Beteiligten einig, dass eine Ausbildung "Hand in Hand" auch künftig weitergeführt werden muss. Die binnen kurzer Zeit vermittelten Eindrücke und gewonnenen Erfahrungen kommen dabei sowohl der Feuerwehr als auch dem Rettungsdienst - und damit in der logischen Konsequenz auch den künftig zu erwartenden Unfallopfern - zu Gute.

Ein besonders herzlicher Dank gilt dem örtlichen Kommandanten Ewald Berneth mit seinem Team für die Bereitstellung der Räumlichkeiten, Verpflegung und der wie immer hervorragenden Organisation.



Die Verletztendarsteller waren realistisch geschminkt, was einen zusätzlichen Realitäts-Effekt bewirkte.

Ständige Betreuung der Verunfallten ist im Ernstfall unverzichtbar.

Die Übungsbeobachter.

Eintreffende Angehörige sorgen für zusätzliche Anspannung.

Hier wurde ein unter der Leitplanke eingeklemmter Zweiradfahrer dargestellt.


Text und Fotos: Sven Kaniewski, Fachbereich Öffentlichkeitsarbeit

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