Neues Mehrzweckfahrzeug der Freiwilligen Feuerwehr Dressendorf offiziell in Dienst gestellt

20.09.2009


Ein neues Mehrzweckfahrzeug stellte die Freiwillige Feuerwehr Dressendorf am Sonntag, 20.09.2009, offiziell in Dienst. Mit dem Funkrufnamen „Florian Dressendorf 11/1“
steht den ehrenamtlichen Helfern des Goldkronacher Ortsteiles ab sofort eine weitere, wichtige technische Gerätschaft zur Verfügung, um in Not geratenen Menschen schnell und effektiv helfen zu können.

„Was lange währt, wird endlich gut“. Unter diese Überschrift stellte Heinz Ponfick seine Festrede bei der feierlichen Übergabe, zu der neben zahlreichen Ehrengästen aus Politik und Feuerwehrführung, benachbarte und befreundete Feuerwehren sowie die Bevölkerung gekommen waren.

Nicht unumstritten sei die Beschaffung gewesen, die Protokolle der vielen Stadtratssitzungen, in denen das Thema behandelt wurde, bezeugten dies. Doch bereits im Jahre 2002 hatte die zuständige Feuerwehrführung aufgrund der Personalstärke auf die Notwendigkeit eines Mehrzweckfahrzeuges nicht zuletzt als Mannschaftstransporter hingewiesen. Bisher wurden hierfür Privatfahrzeuge genutzt. Die ersten intensiven Gespräche mit der Stadt führen auf das Jahr 2007 und den damaligen Bürgermeister Günther Hoppert mit seinen Stadträten zurück. Nach vielem Für und Wider, Tagen und Vertagen sowie beiderseitigen Argumenten wurde schließlich in einer Sitzung im Februar dieses Jahres ein Antrag der Freiwilligen Feuerwehr Dressendorf dahingehend bewilligt, dass für die Neubeschaffung 20.000 Euro von der Stadt Goldkronach zur Verfügung gestellt werden, so Vorsitzender Heinz Ponfick.

Ein Zeitpunkt, zu dem die aktive Vorstandschaft einmal mehr die Ärmel hochkrempelte, wie dem Bericht des Kommandanten Roland Musiol zu entnehmen war. Man beschaffte zunächst ein neues Fahrzeug des Typs Ford Transit mit 115 PS. Da die Finanzierung von 20.000 Euro gar nicht ausreichen konnte, setzte man finanzielle Mittel des Feuerwehrvereines sowie Arbeitskraft der engagierten Helfer aus den eigenen Reihen ein. In nicht unerheblichen Ausmaß: satte 7.500 Euro steuerte der Verein bei, zusammengesetzt unter anderem aus 1.000 Euro aus der Jugendkasse, die Vorstandschaft selbst zahlte 1.300 Euro. Somit verbleiben stattliche 5.200 Euro rein aus der Vereinskasse. Dem Umbau selbst fielen noch 280 Arbeitsstunden zum Opfer. Martinshorn und Blaulicht, Funkgeräte mit Bedienung vom Mannschaftsraum, Arbeitsscheinwerfer auf dem Dach, gedrehte Sitzbänke, ein Arbeitstisch, Regalsysteme und Trennwände wurden selbst beschafft und eingebaut. Schließlich wurde auch die Beschriftung in Signalfarben angebracht. Kommandant Roland Musiol dankte der Mannschaft für ihr Engagement und zeigte sich zuversichtlich, dass sich die Bürgerinnen und Bürger von Dressendorf und Umgebung auch weiterhin auf ihre Feuerwehr verlassen können.

Dem anschließen konnte sich Bürgermeister Günter Exner, der den nicht ganz leichten Weg bis hin zur Beschaffung kurz Revue passieren ließ, aber dennoch auf die Richtigkeit der jetzigen Entscheidung hinwies. Ein Mannschaftstransporter war für die Feuerwehr Dressendorf erforderlich, ein weiteres Sicherungsfahrzeug etwa bei Verkehrsunfällen sei nun vorhanden und die vorbildliche Jugendarbeit erfahre mit dem Fahrzeug eine weitere Unterstützung. Die Entscheidung des Stadtrates sei leichter gefallen, weil ein Stellplatz vorhanden war; zudem sei die Freiwillige Feuerwehr Dressendorf bisher sehr bescheiden gewesen, so das Stadtoberhaupt.

Stellvertretender Landrat Günther Hoppert, damals als Goldkronachs Bürgermeister noch selbst in die Beschaffung involviert, stellte die Anerkennung für die ehrenamtliche Arbeit der Feuerwehrleute in den Mittelpunkt seiner Ausführungen. Dressendorf sei eine besondere Ortsfeuerwehr, die sich seit der Übernahme der damaligen Gemeindekanzlei 1972, dem An- und Umbau des Feuerwehrgerätehauses, der Beschaffung des Tragkraftspritzenfahrzeuges und jetzt des Mehrzweckfahrzeuges immer durch besonderes Engagement und Tatkraft ausgezeichnet habe.

Die Landtagsabgeordneten Dr. Christoph Rabenstein und Peter Meyer ( Landtagsvizepräsident ), dankten den ehrenamtlichen Helfern für ihren Einsatz bei Tag und Nacht und dokumentierten die Wichtigkeit gerade kleiner Ortswehren im sozialen und gesellschaftlichen Bereich. Vor allem die Jugendarbeit sei ein unverzichtbares Instrument, jungen Menschen Sinn und Inhalt für ihr Leben zu geben. Im Hinblick auf die Geschehnisse der letzten Tage in München bei dem Mord an der S-Bahn-Station waren sich die Redner einig: ein Jugendfeuerwehrler hätte solch eine Tat wohl nie begangen – weil er integriert gewesen wäre in eine intakte Gemeinschaft, wo Helfen an der Tagesordnung ist. MdL Peter Meyer erinnerte noch an die Waldbrände in Griechenland: dort gibt es keine Struktur der ehrenamtlichen Helfer.

Kreisbrandinspektor Winfried Prokisch wendete sich stellvertretend für Kreisbrandrat Hermann Schreck, der wegen eines Trauerfalles in der Familie nicht anwesend sein konnte, an die Festgäste. „Was lange währt, wird immer gut“, so sein Motto für die Beschaffung des Mehrzweckfahrzeuges. Sicherheit gehe vor, und so müsse eine Kommune auch dafür sorgen, dass Feuerwehrdienstleistende entsprechend zu Einsatz- und Übungsstätten fahren könnten. Bei dem Fahrzeug habe man die nötige Gerätschaft gleich mit eingebaut, Notstromaggregat und Tauchpumpe seien nur ein Beispiel dafür. Dank und Anerkennung zollte Prokisch der Stadt, vor allem aber der Feuerwehr Dressendorf für die enorme finanzielle und arbeitstechnische Eigenleistung. Er erinnerte noch an den Auftakt der Aktionswoche zum Thema: „Jeder kann helfen – komm und mach mit!“, die am Samstag in Schweinfurt offiziell eröffnet wurde.

Pfarrer Martin Eyring nahm schließlich die Segnung von Fahrzeug und Mannschaft vor. Mit dem Paulus-Wort: „Einer trage die Last des anderen“ sprach er den Feuerwehrleuten Mut zu, die praktizierte Nächstenliebe weiter zu tragen wie „der barmherzige Samariter“.

Dem offiziellen Festakt am Morgen folgte schließlich ein gemütliches Zusammensein der Bevölkerung. Für die Kinder und Jugendlichen wurden Rundfahrten mit dem Feuerwehrauto sowie Feuerwehrspiele angeboten. Bei bestem Wetter klang die feierliche Übergabe des Mehrzweckfahrzeuges „Florian Dressendorf 11/1“ aus.



Vorsitzender Heinz Ponfick übernahm von Bürgermeister Günter Exner offiziell den Schlüssel für das Fahrzeug

Kreisbrandinspektor Winfried Prokisch beglückwünschte die Bevölkerung zu dem MZF

Pfarrer Martin Eyring erinnerte an Gottes Wort:"Einer trage die Last des Anderen"

von links: Pfr. Martin Eyring, Kdt. Roland Musiol, BM Günter Exner, MdL Dr. Christoph Rabenstein, MdL Peter Meyer, KBI Winfried Prokisch, KBM Konrad Bauer, Vorsitzender Heinz Ponfick, 2. Kdt. Harald Böhner, Stellvertr. Landrat Günther Hoppert vor dem neuen Fahrzeug


Text: Carolin Rausch, Leiterin FB Öffentlichkeitsarbeit
Fotos: Carolin Rausch

nach oben
der Landkreis Bayreuth - Vielfalt & Visionen Bezirksfeuerwehrverband BFV Oberfranken e.V. LFV Bayern e.V Der Deutsche Feuerwehrverband