Lehrgang "Patientengerechte Rettung" in Altenplos

26.05.2010


Seit nunmehr sieben Jahren ist der Lehrgang „Patientengerechte Rettung“ ein fester Bestandteil im Ausbildungskatalog der Kreisbrandinspektion Bayreuth.

Wieder war der Lehrgang am 15.05.2010 mit Teilnehmern verschiedener Wehren aus dem gesamten Landkreis Bayreuth vollständig ausgebucht.

Der Tagesablauf gliederte sich in zwei Teile. Der Vormittag stand im Zeichen der Vermittlung von wichtigen theoretischen Kenntnissen. KBI Harald Schöberl informierte die Teilnehmer über wichtige Einsatzgrundlagen:
- Hinweise zur Anfahrt bei Einsätzen
- „GAMS“
- Lageerkundung und Gefahren an der Einsatzstelle
- Rettungstechniken

Zudem erhielten die Teilnehmer in einem Filmbeitrag Informationen zu technischen Hilfsmitteln (Rettungszylinder, Spreizer, Unterbaumaterial, Hebekissen, Glasmanagement und Schneidgerät).

Anschließend gab KBM Heiko Rauh einen Überblick zum Thema Einsatzdokumentation und stellte den Lehrgangsteilnehmern gleichzeitig ein neu geschaffenes Formular zur Einsatzdokumentation vor. Dieses Formular wird in den kommenden Tagen auf der KFV-Homepage, in der Rubrik „Downloads“, zum Herunterladen zur Verfügung stehen.

Bereits am Nachmittag konnten die Lehrgangsteilnehmer bei den praktischen Übungen den Umgang mit dem neuen Einsatzdokumentationsformular üben.

Wichtige Informationen zum Thema "Erste Hilfe" und Rettungsdienst gab Martin Kraus, Lehrrettungsassistent vom BRK Bayreuth. Hauptschwerpunkte in seinen Ausführungen waren:
- Die Checkliste „patientengerechte Rettung“ (wurde im Jahr 2005 von der ARGE Gefahrenabwehr erstellt)
- Raumordnungen im Einsatz („Münchner Zonenmodell“ sowie 6-Stufen-Schema nach Friedrich)
- Kommunikation im Einsatz

Der letzte Teil des vielfältigen, theoretischen Unterrichts bildete der Vortrag „Patientengerechte Rettung aus notärztlicher Sicht“ vom leitenden Notarzt, Dr. med. Stefan Eigl. Zuerst gab dieser einen Überblick über Unfälle aus der Vergangenheit.

Weitere Lehrgangsthemen von Dr. Eigl waren:
- mögliche Erstmaßnahmen von Feuerwehrdienstleistenden am Unfallort
- Diagnose „Polytrauma“
- Beurteilung des Bewusstseins (GCS - Glasgow-Koma-Skala)
- Verletzungsarten
- Abschätzung von Gewalteinwirkung bei einem Unfall, um Verletzungen nicht zu übersehen
- Lagerung und Immobilisation von verletzten Personen (z. B.: mit Spineboard oder Vakuummatratze)

Nach einem gemeinsamen Mittagessen folgte der praktische Teil mit zwei Einsatz-übungen. Zahlreiche Zuschauer verfolgten interessiert bei den praktischen Übungen die Zusammenarbeit von BRK und Feuerwehr.
Bei der ersten Übung wurde ein Unfall mit zwei PKW’s angenommen. Hier galt es, die eingeklemmten Personen aus ihren PKW’s zu befreien und die Verletzten zu versorgen.

Als zweite praktische Übung wurde ein Gefahrgutunfall mit verletzten Personen dargestellt.

Bei der Abschlussbesprechung erhielt KBI Harald Schöberl von allen Teilnehmern das Feedback, dass diese Ausbildungsveranstaltung auch weiterhin angeboten werden sollte, da das reale Üben für spätere Einsätze von enormer Bedeutung für alle Rettungskräfte und die Zusammenarbeit unter den verschiedenen Hilfsorganisationen sei.

Großer Dank gebührt KBM Ewald Berneth und seinem Team der FF Altenplos, die für jeden Lehrgang „patientengerechte Rettung“ ihr Feuerwehrhaus zur Verfügung stellen, die Teilnehmer mit Essen und Getränken versorgen sowie die Unfallszenarien für die praktischen Übungen mit Fahrzeugen und „verletzten Personen“ vorbereiten.






Text: Jeannette Köber, Fachbereich Öffentlichkeitsarbeit
Fotos: KBI Harald Schöberl

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