Praxisnahe Heißausbildung im Brandübungscontainer

22.10.2010


In der Zeit vom 18. bis zum 22. Oktober 2010 befand sich der Brandübungscontainer der Versicherungskammer Bayern und des Landesfeuerwehrverbandes Bayern in der Gemeinde Mistelgau. Insgesamt 64 Atemschutzgeräteträger des Landkreises Bayreuth nutzten die Gelegenheit, sich dort unter realitätsnahen Voraussetzungen fortbilden zu lassen.

Bei der Ausbildung in der mobilen holzbefeuerten "Flammenhölle" geht es vor allem um die Verhinderung des im realen Einsatz gefürchteten "Flash-Overs", was im deutschen Sprachgebrauch einem Durchzünden heißer Rauchgase entspricht. Darüberhinaus haben die eingesetzten Atemschutzgeräteträger die Möglichkeit, die Entstehung und Entwicklung eines Brandes unter kontrollierbaren Bedingungen zu beobachten.

Zuvor unterzogen die beiden verantwortlichen Ausbilder Thomas Schumm und Karsten Weber die Teilnehmer einem auf die Bedürfnisse der Praxis zugeschnittenen theoretischen Unterricht, in welchem mittels einer Präsentation neben spezifischen Inhalten der Brandlehre auch wertvolle Hinweise für den Ernstfall gegeben wurden.

Da das Training in dem Brandübungscontainer nicht ungefährlich ist, erhielten die Teilnehmer eine detailierte Sicherheitseinweisung. Zudem überprüften die Ausbilder bei jedem Teilnehmer den Zustand sowie korrekten Sitz der persönlichen Schutzausrüstung.

Im Container selbst wurde einen Holzstoß aus zerkleinerten Europaletten entzündet. An Decke und Wänden hängende Spanplatten mit einer Fläche von 10 Quadratmetern, die als "Möbelersatz" dienen, werden durch die Brandausweitung ebenfalls in Mitleidenschaft gezogen, was schließlich zu Temperaturen bis zu etwa 800 Grad Celsius führt und den acht Atemschutzgeräteträgern bei jedem Durchgang ordentlich einheizte. Ein Vorgehen in knieender Körperhaltung war daher dringend anzuraten. Nach dieser Initialzündung wird die noch offene Containertür geschlossen, was bewirkt, daß kein Sauerstoff mehr zugeführt wird, der Rauch aber auch nicht mehr abziehen kann. Eine sogenannte unvollständige Verbrennung entsteht. Während dieser Phase ist die Sicht der einzelnen Teilnehmer wegen des Brandrauches praktisch bei "Null". Daraufhin wird die Containertür wieder geöffnet, Sauerstoff strömt ein und das Feuer wird schlagartig größer. In der Rauchschicht über den Helmen der Teilnehmer bilden sich kleinere Flammenzungen (sogenannte "tanzende Engel"), die den Beginn der eigentlichen Rauchdurchzündung markieren.

Mittels Hohlstrahlrohr hatten die Atemschutzgeräteträger die Möglichkeit, selbst einen "Flash-Over" unter fachkundiger Anleitung gezielt zu bekämpfen.

Ein besonderer Dank gilt in diesem Zusammenhang den verantwortlichen Lehrkräften sowie Kreisbrandmeister Ewald Berneth, Fachausbilder für Atemschutz, und seinen Helfern sowie der Feuerwehr Mistelgau für das Zurverfügungstellen der Räumlichkeiten.



Ausbilder Weber bei der Vorstellung des Containers.

Kurzes Strahlrohtraining.

Besonderes Augenmerk gilt dem gegenseitigen Überprüfen der Ausrüstung - diese schützt nur, wenn sie genau anliegt.

Temperaturcheck zu Beginn des Übungsfeuers.

Der Brandverlauf wird genau analysiert.

Je weiter der Brand fortschreitet, umso höher die Temperatur: Die Feuerwehrleute gehen daher in eine zunehmend tiefere Körperhaltung über.

Zur Sicherheit steht ein Rettungstrupp bereit.

Mit dem Brandrauch einher geht natürlich ein Schlechterwerden der Sichtverhältnisse.

Gut zu erkennen ist die klar abgegrenzte Rauchschicht.

Zum Abschluss des Durchganges gab es eine Lektion zum sogenannten Lesen des Brandrauches.

Gemeinsames Ablegen der Ausrüstung.

Nach rund 30 Minuten Schwitzen im Brandcontainer war eine Regeneration der Feuerwehrleute erforderlich.


Text und Fotos: Sven Kaniewski, Fachbereich Öffentlichkeitsarbeit

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