Schulung zur Einsatzstellenabsicherung auf Bundesautobahnen

21.03.2012


Insbesondere durch die Inbetriebnahme der Integrierten Leitstelle Bayreuth/Kulmbach und die damit einhergehende Alarmierung nach jeweils verfügbaren Einsatzmitteln sowie die Neubeplanung von Streckenabschnitten ergibt sich die aktuelle Situation, dass neben den eigentlichen, klassisch hierfür originär zuständigen Autobahnstützpunkten vermehrt Feuerwehren zu Einsätzen auf Autobahnstrecken gerufen werden, für die dies mitunter Neuland bedeutet.

Um hierfür eine optimale, einheitliche Vorbereitung bieten zu können, hat die Ausbildungsinspektion einen neuen Lehrgang rund um diese Thematik ins Leben gerufen. Zu der Premierenschulung am 21.03.2012 konnten Kreisbrandinspektor Harald Schöberl und Kreisbrandmeister Daniel Ermer über 30 Feuerwehrleute aus dem ganzen Landkreis im Feuerwehrhaus Eckersdorf begrüßen.

Zentraler Gesichtspunkt der behandelten Thematik ist der Schutz der eigenen Kräfte. Nicht nur verunfallte Personen, sondern auch Feuerwehrleute sind auf Einsatzstellen im Verkehrsraum erheblichen Gefahren durch den fließenden Verkehr ausgesetzt. Zudem ist das teilweise nicht berechenbare Verhalten von Autofahrern und Laienhelfer mit besonderer Aufmerksamkeit zu beachten. Praktische Schwierigkeiten bereitet dabei exemplarisch immer wieder die Bildung einer Rettungsgasse durch die Verkehrsteilnehmer, welche auf der Autobahn immer zwischen dem äußerst linken und dem nächst folgenden Fahrstreifen gebildet werden muss.

Vor diesem Hintergrund gilt es stets zum Schutze aller Beteiligten in eine frühzeitige, taktisch kluge und regelgerechte Absicherung genügend Zeit und Überlegungen zu investieren. Erst wenn die Schadensstelle wirksam vor nachfließendem Verkehr geschützt ist, kann ein sicheres Arbeiten aller Rettungskräfte gewährleistet werden.

Eine entscheidende Weichenstellung geschieht in der Einsatzpraxis schon auf der Anfahrt durch die jeweilige Führungskraft. Ein Blickpunkt muss dabei insbesondere die durchdachte Aufstellung der Fahrzeuge (Stichwort: Ordnung des Raumes) sein. Hinzu kommen sollte bereits im Vorfeld eine entsprechend gute Kenntnis über das konkrete Einsatzgebiet, wozu beispielsweise das aktuelle Bestehen von Straßensperren, Baustellen bzw. Verkehrshindernissen oder das Vorhandensein von Wasserschutzgebieten oder ähnlichen Besonderheiten gehören.

Gesetzliche Grundlagen, verschiedene Absperrmöglichkeiten, -varianten und -geräte, Einflussfaktoren bei Bremswegen, einschlägige Abstandslängen und Entfernungen, der korrekte Abbau bei Verlassen der Einsatzstelle sowie die Kommunikation mit den weiteren Hilfsorganisationen wurden im Rahmen des kurzweiligen Abends näher beleuchtet. Eine rege Beteiligung der Teilnehmer bescheinigte insgesamt ein entsprechend hohes Interesse an den Ausbildungsinhalten.

Ein besonders herzliches Dankeschön gilt der Feuerwehr Eckersdorf mit ihren Kommandanten Alexander Schuster und Jochen Sommer und ihrem Team für die Gastfreundschaft und Organisation.



KBI Harald Schöberl bei seinen Ausführungen.


Text und Fotos: Sven Kaniewski, Fachbereich Öffentlichkeitsarbeit

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