Führungswechsel und Kräfteaustausch beim Einsatz des Bayerischen Fähigkeitsmoduls im Müritz-Nationalpark

Führungswechsel und Kräfteaustausch beim Einsatz des Bayerischen Fähigkeitsmoduls im Müritz-Nationalpark

Einsätze

Die Kräfte des Bayerischen Fähigkeitsmoduls sind nunmehr seit 72 Stunden beim Waldbrand im Müritz-Nationalpark im Einsatz.

Zu ihren Hauptaufgaben gehören die Planung, der Aufbau und die Inbetriebnahme von Förderstrecken, um die im Abstand von 20 Metern installierten Kreisregner zuverlässig mit ausreichend Wasser zu versorgen. Teilweise mussten hierfür zunächst Schneisen freigeschnitten werden, um die Schlauchleitungen und Tragkraftspritzen überhaupt verlegen und in Betrieb nehmen zu können. Der Einsatzschwerpunkt unserer Kräfte liegt entlang der Bahnlinie bei Kratzeburg, die zugleich als ICE-Strecke genutzt wird.

Untergebracht sind die Einsatzkräfte an der rund 60 Kilometer entfernten Landesfeuerwehrschule. Die Nächte sind kurz, die Tage lang. Unsere Einsatzkräfte gönnen sich nur wenige Pausen, um möglichst effektiv arbeiten zu können und die Kameradinnen und Kameraden aus Mecklenburg-Vorpommern zu entlasten, die bereits im Vorfeld ununterbrochen im Einsatz standen.

Nach der Ankunft im Schadensgebiet am Donnerstag wurde der Führungsspitze des Bayerischen Fähigkeitsmoduls, bestehend aus Einsatzkräften der Regierungsbezirke Mittel- und Oberfranken, ab Freitag (17.07.2026) einer der insgesamt drei Einsatzabschnitte zur Brandbekämpfung im Müritz-Nationalpark vollständig übertragen.

Zeitgleich ging bei unseren Kräften vor Ort die Anfrage ein, ob die bayerischen Einsatzkräfte ihren Einsatz in Mecklenburg-Vorpommern über Sonntag, den 19.07.2026, hinaus verlängern können. Nachdem die offizielle Anforderung mit anschließendem Marschbefehl eingegangen war, wurde kurzfristig ein 1:1-Austausch der Einsatzkräfte organisiert. Hierfür machte sich die Staatliche Feuerwehrschule Regensburg am späten Samstagabend (18.07.2026) auf den Weg nach Mittelfranken, um die dortigen Kameraden in Lauf kurz vor Mitternacht aufzunehmen. Anschließend führte die Fahrt weiter nach Oberfranken in die Stadt Bayreuth. Von dort aus startete der Bus der Staatlichen Feuerwehrschule Regensburg um 1:00 Uhr in der Nacht zum Sonntag in Richtung Mecklenburg-Vorpommern. Gegen 8:00 Uhr trafen die neuen Einsatzkräfte im Einsatzgebiet ein.

Im Rahmen einer rund zweistündigen Übergabe wurde die Führung des Einsatzabschnitts „Bahn“ an die neu eingetroffenen Kräfte übergeben. Kreisbrandrat Matthias Rocca (Mittelfranken, Kreisbrandinspektion Erlangen-Höchstadt) übergab dabei die Einsatzabschnittsleitung an Kreisbrandinspektor Thorsten Brunner (Mittelfranken, Kreisbrandinspektion Nürnberger Land).

Durch den 1:1-Austausch bleibt das Bayerische Fähigkeitsmodul weiterhin mit Kräften der Feuerwehren Adelsdorf, Ansbach, Baiersdorf, Bayreuth, Cadolzburg, Ezelsdorf, Heroldsberg, Hersbruck, Höchstadt an der Aisch, Seybothenreuth, Troschenreuth und Steinachtal im Einsatz. Die Einheiten stehen nun unter der Führung von Kreisbrandinspektor Thorsten Brunner (Mittelfranken) und werden durch Kreisbrandmeister Volker Hammon (Oberfranken) unterstützt.

Im Einsatzabschnitt „Bahn“ befinden sich nicht nur die Kräfte des Bayerischen Fähigkeitsmoduls aus den Regierungsbezirken Mittel- und Oberfranken. Sie führen auch Einheiten mit zwei Hytrans-Systemen aus Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern, Kräfte des Technischen Hilfswerks sowie das EU-Waldbrandmodul GFFF-V aus Niedersachsen. Die bayerische Einsatzabschnittsleitung führt dabei sämtliche dieser Einheiten. Der Einsatz unserer Kräfte ist bis einschließlich Freitag, den 24.07.2026, geplant.

Besonders bewährt haben sich die sechs mitgeführten SW-2000 des Katastrophenschutzes (SW-KatS). Das für den Betrieb der Kreisregner benötigte und angeforderte Schlauchmaterial konnte durch das Bayerische Fähigkeitsmodul größtenteils mittels dieser Fahrzeuge bereitgestellt werden.

Der allradgetriebene Schlauchwagen dient vor allem der Wasserversorgung über lange Wegstrecken und führt insgesamt 2.000 Meter B-Druckschlauch mit. Die Schlauchleitungen sind zusammengekuppelt zu jeweils zehn Schlauchlängen in einer Kassette gelagert. Die einzelnen Kassetten sind wiederum miteinander verbunden. Dadurch können während langsamer Fahrt entweder zwei Schlauchleitungen mit jeweils 1.000 Metern Länge oder eine durchgehende Leitung mit 2.000 Metern Länge verlegt werden.

Zusätzlich verfügt jeder SW-KatS über eine Tragkraftspritze. Diese kann sowohl an der Wasserentnahmestelle mit einer Förderleistung von bis zu 1.500 Litern pro Minute eingesetzt als auch innerhalb der Schlauchleitung als Verstärkerpumpe verwendet werden. Dadurch lassen sich größere Entfernungen und Höhenunterschiede zuverlässig überwinden.

Die bisher eingesetzten Kräfte befinden sich aktuell auf der Heimreise. Den neu eingetroffenen Einsatzkräften wünschen wir einen erfolgreichen und vor allem unfallfreien Einsatz. 

Fotos/Text: Kreisbrandinspektion Bayreuth, KBM Stephanie Bleuse

Impressionen aus den vergangenen Tagen:

 

Bayerisches Fähigkeitsmodul, Freiwillige Feuerwehr Seybothenreuth, Freiwillige Feuerwehr Steinachtal, Freiwillige Feuerwehr Troschenreuth, Waldbrand Müritz Nationalpark

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