Ein besonderer Tag in der Geschichte der Freiwilligen Feuerwehr Weidenhüll

Ein besonderer Tag in der Geschichte der Freiwilligen Feuerwehr Weidenhüll

Nachrichten

Für die Freiwillige Feuerwehr Weidenhüll stand am Samstag, den 29. August 2026, ein ganz besonderer Tag in ihrer Geschichte auf dem Programm. Gemeinsam mit zahlreichen Gästen konnte die Wehr die Weihe ihres neuen Tragkraftspritzenfahrzeugs, einer neuen Tragkraftspritze sowie des Erweiterungsbaus am Feuerwehrhaus feiern.

Zahlreiche Vertreter aus Verwaltung, Politik und Feuerwehrführung sowie die Kameradinnen und Kameraden benachbarter Feuerwehren waren zu diesem besonderen Anlass nach Weidenhüll gekommen. Nach einem Festzug und dem feierlichen Fahneneinzug zur Kapelle fand ein gemeinsamer Gottesdienst statt, der von Pfarrer Norbert Förster gestaltet wurde. Im Anschluss wurden das neue Feuerwehrfahrzeug, die Tragkraftspritze sowie der Anbau des Feuerwehrhauses gesegnet.

Der Weg zu einer zukunftsfähigen Feuerwehr

Der Grundstein für das nun abgeschlossene Großprojekt wurde bereits im Jahr 2021 gelegt. Zu diesem Zeitpunkt stand die Beschaffung eines Ersatzes für den damals bereits 62 Jahre alten Tragkraftspritzenanhänger auf der Tagesordnung. Sowohl der Zustand der vorhandenen Ausrüstung als auch das größer gewordene Einsatzgebiet nach der Auflösung der Feuerwehr Ottenberg machten eine zukunftsfähige Lösung erforderlich.

Parallel dazu wurde seitens der Stadt Pottenstein in diesem Zeitraum beschlossen, für Feuerwehren mit Tragkraftspritzenanhänger künftig keine Ersatzbeschaffungen mehr in Form eines Tragkraftspritzenanhängers vorzunehmen. Für die Freiwillige Feuerwehr Weidenhüll bedeutete dies, ein neues und auf die örtlichen Anforderungen abgestimmtes Konzept zu entwickeln.

Eine Neubeschaffung eines Tragkraftspritzenfahrzeugs hätte jedoch den finanziellen Rahmen deutlich überschritten. Eine günstige Gelegenheit ergab sich schließlich durch die Neubeschaffung eines Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeugs HLF 20 durch den Markt Plech, das bei der Feuerwehr Plech in den Einsatzdienst gestellt wurde. Dadurch wurde ein bislang bei der Feuerwehr Plech eingesetztes Mehrzweckfahrzeug frei, das schließlich von der Stadt Pottenstein erworben werden konnte.

Damit begann für die Freiwillige Feuerwehr Weidenhüll ein außergewöhnliches Projekt. In unzähligen Stunden Eigenleistung bauten die Kameradinnen und Kameraden das ehemalige Mehrzweckfahrzeug zu einem zukunftsfähigen Tragkraftspritzenfahrzeug um.

Neue Tragkraftspritze durch besondere Unterstützung

Während der Vorbereitungen auf eine Leistungsprüfung erlitt die bisherige Tragkraftspritze einen irreparablen Schaden. Für die Durchführung der Leistungsprüfung konnte zunächst eine Tragkraftspritze von der Stadt Betzenstein ausgeliehen werden.

Aus dieser zunächst vorübergehenden Unterstützung entwickelte sich schließlich eine dauerhafte Lösung. Die Tragkraftspritze wurde der Stadt Pottenstein und damit der Freiwilligen Feuerwehr Weidenhüll dauerhaft überlassen und ergänzt nun die Ausstattung des neuen Tragkraftspritzenfahrzeugs.

Um das neue Einsatzfahrzeug künftig auch am Standort unterbringen zu können, musste zudem das bestehende Feuerwehrhaus erweitert werden. Damit entwickelte sich aus der ursprünglichen Fahrzeugbeschaffung ein umfassendes Gesamtprojekt, das Fahrzeug, technische Ausstattung und bauliche Infrastruktur miteinander verband.

2.000 Stunden Eigenleistung in zehn Monaten

Die Stadt Pottenstein schuf die notwendigen Voraussetzungen für die Umsetzung des Projekts. Die Kameradinnen und Kameraden sowie die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Weidenhüll setzten das Konzept anschließend mit außergewöhnlichem persönlichem Engagement und einem hohen Maß an Eigenleistung in die Tat um.

Innerhalb von lediglich zehn Monaten wurden rund 2.000 Stunden Eigenleistung erbracht. In dieser Zeit erfolgten sowohl der Umbau des ehemaligen Mehrzweckfahrzeugs zum Tragkraftspritzenfahrzeug als auch die Realisierung des Anbaus am Feuerwehrhaus.

Das Ergebnis ist ein eindrucksvolles Beispiel dafür, was durch die enge Zusammenarbeit zwischen Kommune und Feuerwehr sowie durch ein hohes Maß an Eigeninitiative und ehrenamtlichem Engagement erreicht werden kann. Kommandant Christian Röhrer und Vorsitzender Phillip Grellner dankten der Stadt Pottenstein für die Unterstützung und die geschaffenen Rahmenbedingungen, richteten ihren besonderen Dank jedoch an die eigenen Mitglieder sowie allen Mitwirkenden. Nur durch den außergewöhnlichen Zusammenhalt und die Bereitschaft, gemeinsam Verantwortung zu übernehmen und zahlreiche Stunden in das Projekt zu investieren, konnte dieses in der nun umgesetzten Form realisiert werden.

Die Ausstattung des Tragkraftspritzenfahrzeugs wird zudem durch ein Notstromaggregat ergänzt. Dieses hatte der Feuerwehrverein in reparaturbedürftigem Zustand erworben. Auch hier investierten die Kameradinnen und Kameraden weitere Arbeitsstunden und setzten das Aggregat wieder vollständig instand um es ebenfalls auf dem neuen Fahrzeug verlasten zu können.

Investition in die Zukunft

Mit dem neuen Tragkraftspritzenfahrzeug, der Tragkraftspritze und dem erweiterten Feuerwehrhaus verfügt die Freiwillige Feuerwehr Weidenhüll nun über wichtige Voraussetzungen, um auch künftig schnell, zuverlässig und professionell Hilfe leisten zu können.

In ihren Grußworten würdigten Landrat Florian Wiedemann und der Landtagsabgeordnete Stefan Frühbeißer insbesondere das von der Feuerwehr selbst entwickelte und maßgeblich vorangetriebene Konzept. Die Freiwillige Feuerwehr Weidenhüll habe nicht nur eine konkrete Vorstellung für ihre zukünftige Ausstattung entwickelt, sondern diese auch mit einem außergewöhnlich hohen Anteil an Eigeninitiative in die Praxis umgesetzt.

Gerade diese Eigenleistung habe dazu beigetragen, eine für die Stadt Pottenstein finanziell tragbare und gleichzeitig zukunftsfähige Lösung zu schaffen. Ohne das Engagement der Kameradinnen und Kameraden wäre eine vergleichbare Ausstattung in dieser Form kaum zu realisieren gewesen.

Landrat Wiedemann und Stefan Frühbeißer zeigten sich zudem überzeugt, dass die Freiwillige Feuerwehr Weidenhüll mit dem Engagement und der Vorbildfunktion, die ihre Mitglieder vorleben, auch weiterhin eine gute Grundlage für die Gewinnung von Nachwuchs besitzt.

Der Zweite Bürgermeister der Stadt Pottenstein, Roland Lang, bezeichnete die Freiwillige Feuerwehr Weidenhüll als einzigartig in ihrer Art. Trotz des umfassenden Projekts verblieben für die Stadt Pottenstein lediglich rund 73.300 Euro an unmittelbaren Ausgaben.

Der Festtag machte damit deutlich, dass in Weidenhüll weit mehr als ein neues Feuerwehrfahrzeug und ein Anbau entstanden sind. Durch das Zusammenspiel aus kommunaler Unterstützung, einem durchdachten Konzept und außergewöhnlichem ehrenamtlichem Engagement wurde eine nachhaltige und zukunftsfähige Grundlage für die Freiwillige Feuerwehr Weidenhüll geschaffen.

Fotos/Text: KBM St. Bleuse

Anbau Feuerwehrgerätehaus, Freiwillige Feuerwehr Weidenhüll, Tragraftspritzenfahrzeug (TSF)

Ähnliche Beiträge

Schwerer Verkehrsunfall in Leupoldstein

Einsätze
Am Montagabend, 16. Dezember 2024, ereignete sich in Leupoldstein ein schwerer Verkehrsunfall mit zwei beteiligten Fahrzeugen. Dabei wurden zwei Personen leicht verletzt, ein weiterer Beteiligter wurde in seinem Fahrzeug eingeklemmt…