Mit rund 150 Teilnehmerinnen und Teilnehmern stieß die Fortbildungsveranstaltung „Basiswissen-Feuerwehr-Hilfeleistungskontingent“ am Dienstagabend (09.06.2026) im Feuerwehrgerätehaus Bindlach auf großes Interesse. Die Basisschulung bildet die fachliche Grundlage für die weiterführenden Ausbildungsabschnitte innerhalb des Feuerwehr-Hilfeleistungskontingents und stellt gleichzeitig eine wesentliche Zugangsvoraussetzung für die kommenden Ausbildungsmaßnahmen und Einsätze dar. Durch die Veranstaltung führten Kreisbrandinspektor Sven Kaniewski, Kreisbrandmeister Volker Hammon sowie der Leiter unserer Logistik-Verpflegungseinheit (LogV) des BRK Hollfeld im Landkreis, Marco Wenzel.
Neben der Vereinheitlichung von Fachbegriffen, Führungsgrundsätzen und einsatztaktischen Abläufen qualifizierten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit dem erfolgreichen Besuch der Veranstaltung für die aufbauende Theorieausbildung im September zum Thema „Fahren im Verband“ sowie für den daran anschließenden Praxisteil, der voraussichtlich im Oktober in Form einer mehrtägigen Verbandsfahrt mit Übernachtung durchgeführt wird. Schwerpunkte dieser Ausbildung werden die Verlegung eines geschlossenen Einsatzverbandes über größere Distanzen sowie der eigenständige Aufbau und Betrieb einer Unterkunft im Einsatzraum sein.
Im Rahmen der Basisschulung wurden zunächst die rechtlichen Grundlagen des Feuerwehr-Hilfeleistungskontingentwesens vermittelt. Darüber hinaus erhielten die Teilnehmer einen vertieften Einblick in die Prozesse der Anforderung, Entscheidungsfindung und Alarmierung von Kontingenten auf kommunaler, staatlicher und überregionaler Ebene. Ebenso wurden Aufbau, Gliederung und Führungsstrukturen von Feuerwehr-Hilfeleistungskontingenten sowie die Anforderungen an deren personelle und materielle Ausstattung behandelt. Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Fähigkeit der Kontingente, über einen definierten Zeitraum autark und unabhängig von örtlichen Infrastrukturen im Einsatzgebiet arbeiten zu können.
Veranschaulicht wurden die theoretischen Inhalte anhand realer Einsatzlagen, insbesondere durch die Betrachtung des Kontingenteinsatzes im Jahr 2025 den Waldbrandeinsatzes bei Gösselsdorf in Thüringen. An diesen Beispielen wurde deutlich, welche besonderen Herausforderungen großflächige Schadenslagen an Einsatzkräfte und Führungskräfte stellen.
Ein zentrales Thema der Ausbildung waren die hohen fachlichen, körperlichen und psychischen Anforderungen an die Angehörigen eines Feuerwehr-Hilfeleistungskontingents. Kontingenteinsätze unterscheiden sich grundlegend vom regulären Einsatzgeschehen der örtlichen Feuerwehren. Die Einsatzkräfte müssen sich in unbekannten Einsatzgebieten, unter oftmals extremen klimatischen Bedingungen und innerhalb komplexer Führungsstrukturen sicher bewegen können. Gleichzeitig werden von ihnen ein hohes Maß an Eigenverantwortung, Belastbarkeit, Disziplin, Fachwissen und Einsatzbereitschaft erwartet.
Die erfolgreiche Mitwirkung in einem Feuerwehr-Hilfeleistungskontingent setzt daher weit mehr voraus als die reguläre feuerwehrtechnische Grundausbildung. Aufbauend auf den vorhandenen Qualifikationen ist eine kontinuierliche, eigenverantwortliche Spezialisierung erforderlich. Insbesondere in den Bereichen Wald- und Vegetationsbrandbekämpfung, Hochwassereinsatz, Logistik sowie Kontingent- und Verbandswesen müssen zusätzliche Kenntnisse und Fähigkeiten erworben und regelmäßig trainiert werden. Die hierfür durch die Kreisbrandinspektion angebotenen Ausbildungsmaßnahmen schaffen die Grundlage für einen professionellen und sicheren Einsatz in überregionalen Schadenslagen.
Darüber hinaus vermittelte die Basisschulung das Zusammenspiel der verschiedenen Komponenten eines Feuerwehr-Hilfeleistungskontingents. Neben den eingesetzten Lösch- und Hilfeleistungszügen wurden dabei auch die Aufgaben der Verwaltungs- und Rechnungsführung sowie die Bedeutung der Logistik- und Versorgungsstruktur (LogV) beleuchtet, die durch das BRK Hollfeld sichergestellt wird. Erst das koordinierte Zusammenwirken aller beteiligten Fachbereiche ermöglicht die dauerhafte Einsatzfähigkeit eines Kontingents unter den Bedingungen eines mehrtägigen Einsatzes.
Die Veranstaltung machte deutlich, dass ein Einsatz im Feuerwehr-Hilfeleistungskontingent höchste Anforderungen an Ausbildung, Fachwissen, persönliche Eignung und Teamfähigkeit stellt. Kontingenteinsätze sind keine gewöhnlichen Feuerwehreinsätze und erst recht keine organisatorischen Routineaufgaben. Sie verlangen von allen Beteiligten ein hohes Maß an Professionalität, Einsatzbereitschaft und Spezialwissen. Die Basisschulung bildet hierfür den ersten wichtigen Schritt auf dem Weg zu einer qualifizierten Verwendung innerhalb eines Feuerwehr-Hilfeleistungskontingents.
An der Basisschulung nahmen Angehörige der Feuerwehren Altenplos, Bad Berneck, Benk, Betzenstein, Bindlach, Breitenlesau-Siegritzberg, Creußen, Donndorf, Eckersdorf, Engelmannsreuth, Gefrees, Gesees, Glashütten, Goldkronach, Göppmannsbühl-Haidenaab, Hollfeld, Kirchahorn, Kirchenbirkig, Kirchenlaibach, Kirchenpingarten, Laineck, Langenloh, Lindenhardt, Mistelgau, Ottenhof-Bernheck, Plankenfels, Pottenstein, Schnabelwaid, Seidwitz, Seybothenreuth, Speichersdorf, Steinachtal, Streitau, Trockau, Troschenreuth, Waischenfeld, Warmensteinach, Weidenberg, Weidensees und Windischenlaibach teil. Ebenfalls vertreten waren Einsatzkräfte des BRK Hollfeld mit der LogV-Komponente, Angehörige der Feuerwehr Stadt Bayreuth sowie Vertreter der Verwaltungsebenen der Feuerwehren im Landkreis und der Stadt Bayreuth. Für zahlreiche Feuerwehrführungskräfte, insbesondere die bereits vorgesehenen Zugführer des Kontingents, stellte die Veranstaltung eine wesentliche Voraussetzung für die weitere Verwendung innerhalb der Führungsstruktur dar.
Ein herzlicher Dank gilt der Freiwilligen Feuerwehr Bindlach, welche ihr Gerätehaus für die Veranstaltung zur Verfügung stellte und sich um das leibliche Wohl der Teilnehmenden während der Veranstaltung kümmerte. Weiterhin gilt unser Dank auch jedem einzelnen Teilnehmer, denn sie sind es, die in die Katastrophengebiete fahren und dort im Einsatz sind.
Fotos/Text: KBM Stephanie Bleuse











