Update vom 3.1.26
Nach dem verheerenden Wohnhausbrand am Neujahrstag standen zahlreiche Feuerwehren über mehrere Stunden hinweg im Einsatz. Die Freiwillige Feuerwehr Rabeneck übernahm schlußendlich eine Brandwache, bis am Vormittag des 02.01.2026 die Ermittlungsarbeit der Kriminalpolizei erfolgt war. Nachmittags wurde durch die örtlichen Kräfte eine weitere Brandnachschau durchgeführt, die im Ergebnis ohne Feststellungen verlief.
Am 03.01.2026 gegen 06:30 Uhr wurden die Feuerwehren Rabeneck, Oberailsfeld, Waischenfeld, Kirchahorn, Plankenfels, Ebermannstadt, Pegnitz, Breitenlesau-Siegritzberg und Nankendorf erneut alarmiert, nachdem der Integrierten Leitstelle augenscheinlich aus dem Bereich des Dachstuhls sichtbare Flammen gemeldet wurden, ließ sich zunächst eine erneute Brandausbreitung nicht ausschließen.
Bei der Erkundung vor Ort zeigte sich jedoch schnell, dass der Brandschutthaufen vor dem Gebäude aktiv Rauch entwickelte. Dieser war bereits zuvor mithilfe eines Baggers kontrolliert abgetragen und von Feuerwehrkräften intensiv eingewässert worden.
Dank des schnellen Eingreifens konnte die Lage rasch unter Kontrolle gebracht werden. Für die notwendigen Nachlöscharbeiten reichten die Feuerwehren Rabeneck und Waischenfeld aus, sodass keine weiteren Einheiten weiter anrücken bzw. vor Ort eingesetzt werden mussten. Ebenfalls wurde das Gebäude auf mögliche Glutnester kontrolliert.
Der Einsatz zeigt eindrücklich, dass selbst nach sorgfältiger Brandbekämpfung und konsequent durchgeführten Nachkontrollen die Nachwirkungen und Gefahren eines Großbrandes nicht sofort vollständig gebannt sind und noch Tage später eine erneute Reaktion erfordern können. Die Feuerwehrkräfte handelten dabei professionell und routiniert.
Großbrand am Neujahrstag in Köttweinsdorf
Am Neujahrstag kam es im Waischenfelder Gemeindeteil Köttweinsdorf zu einem ausgedehnten Brand einer Garage, der bereits vor dem Eintreffen der ersten Einsatzkräfte auf das angrenzende Wohngebäude übergriff. Gegen 13:45 Uhr wurden die Feuerwehren zunächst mit dem Alarmstichwort B3 „Garagenbrand“ alarmiert. Kurz darauf ging ein weiterer Notruf in der Integrierten Leitstelle ein, woraufhin aufgrund der dynamischen Lageentwicklung eine Alarmstufenerhöhung auf B4 erfolgte.
Beim Eintreffen der ersten Einsatzkräfte stand die unmittelbar an ein Holzwohnhaus angebaute Garage mit ausgebautem oberem Stockwerk bereits in Vollbrand. Zu diesem Zeitpunkt hatten die Flammen bereits auf Teile des Wohngebäudes übergegriffen. Die Einsatzleitung übernahm der Kommandant der Feuerwehr Rabeneck, in deren Schutzbereich die Ortschaft Köttweinsdorf liegt.
Die Löschwasserversorgung wurde über drei Hydrantenleitungen sowie zwei Leitungen aus einem Löschwasserbehälter sichergestellt. Insgesamt kamen drei Drehleitern zum Einsatz. Mehrere Atemschutzgeräteträger führten mit C-Rohren einen massiven Außenangriff durch. Ein Innenangriff im Garagenanbau war aufgrund der fortgeschrittenen Brandausbreitung sowie der akuten Einsturzgefahr nicht mehr möglich. Im Wohngebäude selbst wurden unter Atemschutz gezielte Löschmaßnahmen durchgeführt. Parallel dazu kamen die Drehleitern sowie ein Löschroboter auf der Gebäuderückseite zum Einsatz. Trotz der umfangreichen und koordinierten Maßnahmen konnte ein weiteres Vordringen der Flammen im Wohngebäude nicht verhindert werden. Das Wohnhaus ist infolge des Brandes derzeit unbewohnbar, der Garagenanbau gilt als akut einsturzgefährdet.
Seitens des Rettungsdienstes waren insgesamt vier Rettungswagen, ein Helfer vor Ort und zwei Notärzte im Einsatz, darunter auch der Rettungshubschrauber Christoph 20 sowie Kräfte des Bayerischen Roten Kreuzes Bayreuth und der Malteser. Zudem waren der Einsatzleiter Rettungsdienst des Malteser Hilfsdienstes sowie der Einsatzleitwagen des BRK Bayreuth vor Ort, die die medizinische Koordination und Führungsunterstützung übernahmen. Zu Verletzten kam es nicht. Vier Bewohner des Hauses sowie acht Feuerwehrangehörige wurden vorsorglich rettungsdienstlich untersucht.
Gegen 18:15 Uhr wurde ein Bagger am Gebäude in Stellung gebracht, um das Dach kontrolliert abzutragen und verbliebene Glutnester freizulegen. Während dieser Arbeiten kam es erneut zu einem Aufflammen des Brandes, sodass weitere Atemschutzgeräteträger eingesetzt werden mussten. Zur möglichen Ablösung der bereits eingesetzten Kräfte wurden zusätzliche Atemschutzgeräteträger aus Betzenstein und Kirchenbirkig nachalarmiert.
Insgesamt waren rund 200 Einsatzkräfte im Einsatz. Ab etwa 17:30 Uhr konnten die ersten Einheiten schrittweise aus dem Einsatzgeschehen entlassen werden. Die Verpflegung der Einsatzkräfte wurde nach rund vier Stunden Einsatzdauer durch das Technische Hilfswerk sichergestellt. Bereits zuvor wurde das nahegelegene Schützenhaus durch dessen Mitglieder und die örtliche Feuerwehr für die Einsatzkräfte geöffnet.
Der Bürgermeister der Stadt Waischenfeld war während des Einsatzes vor Ort und unterstützte sowohl die Organisation einer Unterbringung für die betroffenen Bewohner als auch die Versorgung der Einsatzkräfte im Schützenhaus.
Besonders hervorzuheben ist die außergewöhnliche Unterstützung aus der Nachbarschaft und der Dorfgemeinschaft. In kürzester Zeit organisierte sich eine nachbarschaftliche Hilfe, die sowohl die betroffenen Bewohner als auch die Einsatzkräfte tatkräftig unterstützte. Mit warmen Getränken, offenen Türen und großer Selbstverständlichkeit wurde ein Beitrag geleistet, der weit über das Übliche hinausgeht. Gerade bei winterlichen Temperaturen war diese Unterstützung für die zahlreichen eingesetzten Atemschutzgeräteträger von erheblichem Wert. Im Schützenhaus konnten sich die Einsatzkräfte aufwärmen, regenerieren und im weiteren Verlauf auch ihre Verpflegung einnehmen. Diese Form der Solidarität und Hilfsbereitschaft ist keineswegs selbstverständlich und verdeutlicht den starken Zusammenhalt innerhalb der Ortschaft.
Im Einsatz waren die Feuerwehren Breitenlesau-Siegritzberg, Ebermannstadt (Landkreis Forchheim), Hollfeld, Kirchahorn, Körzendorf, Mistelgau, Nankendorf, Oberailsfeld, Pegnitz, Plankenfels, Rabeneck, Speichersdorf, Unterailsfeld und Waischenfeld, die UG-ÖEL des Landkreises Bayreuth, sowie ein Fachberater des THW Pegnitz und zwei Baufachberater des THW Lauf.
Die Baggerarbeiten konnten gegen 21:00 Uhr abgeschlossen werden. Die Einsatzkräfte konnten bis auf die Feuerwehr Rabeneck, welche über die Nacht die Brandwache sicherstellt, wieder zurück an ihre Standorte kehren.
Fotos/Text: KBM Stephanie Bleuse

























