Offizielle Einweihung der Drehleiter DLK 23/12 in Bindlach

Es ist ein weiterer Meilenstein in der Geschichte der Freiwilligen Feuerwehr Bindlach. Vielmehr jedoch handelt es sich um eine weitere Verbesserung der Sicherheit für die Bindlacher Bevölkerung und die der angrenzenden Gebiete. Dass die Ehrenamtlichen der Feuerwehr Bindlach nichts dem Zufall überlassen, ist über die Ortsgrenzen bekannt: kein Zufall also, dass die offizielle Einweihung der Drehleiter mit dem Funkrufnamen “Florian Bindlach 30/1” auf den 30.01.2020 fiel.

von links: Vorsitzender Klaus-Dieter Jaunich, Landrat Hermann Hübner, 2. Vorsitzender Manuel Friedmann, Bürgermeister Gerald Kolb, Kommandant Marco Neugebauer, 2. Kommandant Andreas Weingut

Bereits fünf Mal war die Drehleiter seit der Indienststellung am 01.12.2019 zu Einsätzen alarmiert worden, ehe sie am vergangenen Donnerstag im Beisein von zahlreichen befreundeten Feuerwehren, Führungskräften, Landrat Hermann Hübner, Bürgermeister Gerald Kolb und Pfarrer Edmund Grömer ganz offiziell ihrer Bestimmung übergeben wurde.

Vorausgegangen war dieser Feierlichkeit die nicht unumstrittene Notwendigkeit der Beschaffung einer Drehleiter für die Stützpunktwehr, mit der sich neben der Feuerwehrführung nicht zuletzt der Gemeinderat Bindlach auseinander zu setzen hatte. Doch die Argumente wogen schwer: mehr als zwölf Objekte zählt die Gemeinde, die über einen zweiten Flucht- und Rettungsweg verfügen müssen. Die Brandkatastrophe in Schneizlreuth (Landkreis Berchtesgadener Land) an Pfingsten 2015 mit sechs Toten hat die Haftungsrisiken schmerzlich verdeutlicht.

So waren es denn auch Landrat Hermann Hübner, Bürgermeister Gerald Kolb und Kreisbrandinspektor Winfried Prokisch, die anlässlich der Übergabe am 30.01.2020 nochmals eine Lanze für die Beschaffung der Drehleiter, vor allem aber für das Ehrenamt “Feuerwehr” brachen. Es gehe nicht um finanzielle Geldsummen, sondern um Leben, so die Grußredner unisono. Landrat Hübner mahnte jedoch auch die Belastbarkeit des Ehrenamtes an: “was hier geleistet wird, ist unglaublich. Das Ehrenamt stößt an seine Grenzen! Wir müssen weiter versuchen, die Rahmenbedingungen zu verbessern!”

Nachdem die Beschaffung einer neuen Drehleiter, unter Einbeziehung gemeinsamer Ausschreibungen mit dem Zweck günstigerer Konditionen, nicht unter zwei Jahren realsierbar war, hat man sich auf die Suche nach einem gebrauchten Fahrzeug gemacht. Mit Erfolg: bei der Firma Beitel und Stier in Kandel wurde man fündig. Beschafft wurde eine generalüberholte Drehleiter auf einem MAN-Fahrgestell mit Allrad. Eine Besonderheit, mit der bayernweit lediglich fünf Drehleitern ausgestattet sind. Kommandant Marco Neugebauer erläuterte weitere wichtige Details: Das 14 Tonnen schwere Fahrzeug ist mit einem 232 PS Motor ausgestattet. Ein 14kVA Stromerzeuger, eine Schleifkorbtrage sowie das sogenannte “Fog-Nail”, ein innovatives Löschsystem, bei dem Feuer bekämpft werden können, ohne den Raum betreten zu müssen, gehören zur Ausstattung der Drehleiter DLK 23/12. Die Kosten für die Drehleiter beliefen sich auf 175.000 Euro. Bürgermeister Gerald Kolb appellierte an den künftigen Kreistag, die im Haushalt bereits eingeplanten Mittel für die ursprünglich angedachte neue Drehleiter der Gemeinde für die jetzige Beschaffung zur Verfügung zu stellen.

Eingesetzt wird die Drehleiter vor allem für Personenrettung, zur Brandbekämpfung und Unterstützung des Rettungsdienstes.

Pfarrer Edmund Grömer stärkte in seiner Andacht die Feuerwehrleute, dem Gebot der Nächstenliebe zu folgen. Mit den Worten aus Psalm 66 erinnerte er an die körperlichen und seelischen Auswirkungen, mit denen der ehrenamtliche Feuerwehrdienst verbunden ist.

Text und Fotos: Carolin Rausch, Leiterin Fachbereich Öffentlichkeitsarbeit – mit fleißiger Unterstützung von Elias und Louis, den Bindlacher Nachwuchs-Fotografen…

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