Ein Scheunenbrand – 300 Einsatzkräfte – 34h Gesamteinsatzdauer für die Feuerwehr

Ein Scheunenbrand – 300 Einsatzkräfte – 34h Gesamteinsatzdauer für die Feuerwehr

Kurz vor Mitternacht des 17.06.2022, wurden wir als Feuerwehren zusammen mit dem Rettungsdienst, der SEG, der Polizei und dem THW zu einem B4 Brand Scheune / Stall / Landwirtschaft nach Nenntmannsreuth – Doebitsch alarmiert. Im Einsatz waren insgesamt 300 Einsatzkräfte. Davon rund 250 von der Feuerwehr selbst.

Bereits bei der Anfahrt der ersten Kameraden, kam die Rückmeldung mit Lage auf Sicht, dass es sich um einen Vollbrand handelt. An die Einsatzstelle disponiert wurden über 15 Feuerwehren aus dem Umkreis, darunter auch Kameraden inklusive ihrer Führungskräfte von der Stadt Bayreuth und dem Landkreis Kulmbach. Es galt mehrere Herausforderungen gleichzeitig zu bewältigen. Das Wohnhaus wollten wir erhalten, beginnende Vegetationsbrände rund um den in Vollbrand stehenden Scheunenkomplex mussten eingedämmt und abgelöscht werden, ein übergreifen auf weitere Komplexe verhindert und der in Vollbrand stehende Teil des Gebäudes gelöscht werden.

Die insgesamt vier dort gemeldeten Personen konnten sich retten. Beim glücklicherweise erfolgreichen Versuch, die sieben Pferde aus dem brennenden Stall auf eine gegenüberliegende Koppel in Sicherheit zu bringen, haben sich zwei der Bewohner des Anwesens leicht verletzt und konnten vor Ort ambulant durch den Rettungsdienst behandelt werden. 24 Hühner kamen bedauerlicher Weise in den Flammen ums Leben. Eine Kameradin übernahm bis zum Eintreffen des Kriseninterventionsteams des BRK die Psychosoziale Notfallversorgung der Betroffenen. Die koordinierte und sehr zügige Arbeit der Feuerwehren, die wie gewohnt reibungslos Hand in Hand arbeiteten, konnten in kürzerster Zeit die ersten langen Schlauchstrecken aufbauen und in Betrieb nehmen. Auch die Drehleiter konnte sofort mit Löschwasser eingespeist werden und mit ihrer Löscharbeit im Bereich des Innenhofes beginnen. Insgesamt von drei Seiten um das Anwesen wurde das Löschwasser von Bächen, Weihern und Hydranten zum Brand, mittels mehrerer Schlauchstrecken gefördert.

Gegen 00:30 Uhr, war der Vollbrand direkt am Wohngebäude unter Kontrolle, eine Stunde später hatten wir den gesamten Vollbrand unter Kontrolle. Im Verlauf des Einsatzes wurden weitere Wehren zur Gebietsabsicherung nach Bad Berneck alarmiert. Die SEG Betreuung kam an die Einsatzstelle um sich um die Verpflegung der Einsatzkräfte zu kümmern. Gegen 03:30 Uhr war der Brand soweit eingedämmt, dass mit den Nachlöscharbeiten begonnen werden konnte. Diese wurden in Zusammenarbeit mit dem THW Kulmbach durchgeführt. Das Wohnhaus wurde von außen und innen kontrolliert, mit der Feststellung, dass es uneingeschränkt weiterhin voll bewohnbar ist. Das Brandgut musste nachdem es sichtlich abgelöscht war, schrittweise auf einem eigens dafür vorher vom THW eingerichteten Ablageplatz mittels Radlader und LKW´s transportiert und nochmals abgelöscht werden. Hintergrund ist folgender, tief im inneren des Brandgutes herrschten teilweise immer noch Temperaturen von 800 bis 1000 Grad.  Diese Arbeit hat sich bis ca. 14:00 Uhr, des 18.06.2022 hingezogen.  Danach begann die Brandwache, in der es auch immer wieder notwendig wurde kleinere auflodernde Flammen abzulöschen. Ab ca. 05:00 Uhr des 19.06.2022 konnten die Feuerwehren keine Feststellungen mehr machen und nach 34 Stunden Gesamteinsatzdauer wurde der Einsatz gegen 10:00 Uhr für beendet erklärt. Natürlich wurden unsere Kameraden in regelmäßigen Abständen abgelöst. Teilweise waren einige Kräfte mit ihren Führungskräften aber auch gute zwölf Stunden im Dauereinsatz bevor sie eine Pause eingelegt haben. Noch in der Nacht von Freitag auf Samstag hat die Kriminalpolizei ihre Ermittlungen zur bisher noch unklaren Brandursache aufgenommen.

Text: KBM Stephanie Bleuse
Fotos: Kreisbrandinspektion Bayreuth, FF Benk Drohnenfoto

 

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