VR-Strahlrohrtraining – praxisnahe und zukunftsorientierte Atemschutzausbildung

VR-Strahlrohrtraining – praxisnahe und zukunftsorientierte Atemschutzausbildung

Das VR-Strahlrohrtraining ist eine moderne und sinnvolle Ergänzung innerhalb der Atemschutzausbildung. Es ermöglicht Atemschutzgeräteträgerinnen und Atemschutzgeräteträgern, das sichere Handling des Strahlrohrs sowie das taktische Vorgehen im Brandeinsatz unter realitätsnahen Bedingungen zu trainieren. Auch wenn diese Ausbildungsform die Heißausbildung nicht ersetzen kann, stellt sie einen wichtigen Baustein dar, um theoretisches Wissen praktisch anzuwenden, Abläufe zu festigen und Handlungssicherheit für den Ernstfall zu gewinnen.

Im Landkreis Bayreuth stehen rund 1.000 ausgebildete Atemschutzgeräteträgerinnen und -geräteträger für den Einsatzdienst zur Verfügung. Der kontinuierliche Ausbildungs- und Fortbildungsbedarf ist entsprechend hoch. Um diesem Anspruch gerecht zu werden, fand am 24. Januar eine Multiplikatorenschulung statt, an der neben den Kreisbrandmeistern auch die Kreisbrandinspektoren teilnahmen. Ziel dieser Schulung war es, die Führungskräfte auf Kreisebene als Multiplikatoren für das VR-Strahlrohrtraining zu qualifizieren und damit eine einheitliche Ausbildungsqualität sicherzustellen. Die Schulung gliederte sich in zwei Ausbildungsblöcke am Vormittag und am Nachmittag, in denen jeweils 15 Teilnehmer durch Kreisbrandinspektor Danny Hieckmann und dem Ausbilder für Atemschutz Kreisbrandmeister Sebastian Koch intensiv ausgebildet wurden. Damit wurde die Grundlage geschaffen, das Ausbildungskonzept flächendeckend im gesamten Landkreis umzusetzen.

Das eingesetzte VR-Strahlrohrtrainingssystem arbeitet mit hochsensibler Sensorik, die jede Bewegung, Strahlrohrhaltung und taktische Entscheidung erfasst und auswertet. Der damit verbundene Aufbau- und Kalibrierungsaufwand ist sehr zeitintensiv. Aus diesem Grund wurde bewusst ein fester Standort eingerichtet. Durch den Wegfall des ständigen Auf- und Abbaus kann die verfügbare Zeit optimal für die Ausbildung genutzt werden. Ziel ist es beginnend ab dem 02. Februar mit dem Unterkreis 1, innerhalb eines Zeitraums von rund drei Monaten in täglichen abendlichen Schulungen, möglichst viele Atemschutzgeräteträger zu schulen. Pro Ausbildungsabend können jeweils bis zu acht Teilnehmer intensiv trainiert werden.

Die Ausbildung findet in den für die Theorieausbildung zur Verfügung gestellten Räumlichkeiten der Hotelfachschule in Pegnitz statt. Die Kreisbrandmeister führen die Schulungen ihrer Feuerwehren im jeweiligen Unterkreis mit Unterstützung der Ausbildungsinspektion sowie der Stabsfunktionen durch und stellen damit eine qualitativ hochwertige und einheitliche Ausbildung sicher.

Inhaltlich liegt der Schwerpunkt des VR-Strahlrohrtrainings auf der sicheren und routinierten Bedienung des Strahlrohrs, welche im Einsatz auch ohne Sicht beherrscht werden muss. Darüber hinaus werden taktische Grundlagen der Brandbekämpfung, insbesondere die gezielte Kühlung der Rauchgasschicht, realitätsnah vermittelt. Die Teilnehmer erhalten die Möglichkeit, Einsatzszenarien mehrfach zu durchlaufen, Fehler zu erkennen und ihre Vorgehensweise gezielt zu verbessern. Dies steigert nicht nur die individuelle Handlungssicherheit, sondern auch die Einsatzsicherheit der gesamten Mannschaft.

Das VR-Strahlrohrtraining bietet sowohl für junge als auch für erfahrene Atemschutzgeräteträger einen hohen Mehrwert. Während neue Geräteträger frühzeitig an komplexe Einsatzsituationen herangeführt werden, profitieren erfahrene Kräfte von der Auffrischung ihres Wissens und der Festigung bewährter taktischer Abläufe.

Mit diesem modernen Ausbildungskonzept leistet der Landkreis Bayreuth einen wichtigen Beitrag zur nachhaltigen Stärkung der Atemschutzausbildung. Alle Atemschutzgeräteträgerinnen und Atemschutzgeräteträger sind eingeladen, dieses Angebot aktiv zu nutzen und sich für das VR-Strahlrohrtraining anzumelden, um gut vorbereitet und sicher in den Einsatz zu gehen. Die Anmeldung erfolgt über die Kommandanten an die zuständigen Kreisbrandmeister.

Fotos/Text: Kreisbrandinspektion/ KBM Stephanie Bleuse

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