Flughelferübung im Fichtelgebirge stärkt Zusammenarbeit bei Waldbrandlagen

Flughelferübung im Fichtelgebirge stärkt Zusammenarbeit bei Waldbrandlagen

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Am Sonntag, den 5. Juli 2026, führte die Flughelfergruppe Bayreuth gemeinsam mit den Flughelfergruppen aus Amberg und dem Landkreis Cham eine groß angelegte Flughelferübung im Bereich Bischofsgrün, Ochsenkopf und Nußhardt durch. Als Übungsszenario wurde ein ausgedehnter Waldbrand am Ochsenkopf mit einem weiteren Brandherd im Bereich des Nußhardt angenommen. Ziel war es, das Zusammenspiel der Flughelfergruppen mit den Polizeihubschrauberstaffeln aus Bayern und Sachsen sowie die Bekämpfung von Wald- und Vegetationsbränden aus der Luft unter realitätsnahen Bedingungen zu trainieren.

Im Mittelpunkt der Übung standen Löschwasserabwürfe, der Transport von Einsatzkräften und Material in schwer zugängliches Gelände sowie die Versorgung der Einsatzstellen aus der Luft. Die Flughelfer brachten Einsatzkräfte im Schwebeflug zu den Außenstationen am Ochsenkopf und Nußhardt, transportierten Material und Ausrüstung und koordinierten die Abläufe am Boden. Für die Löschwasserabwürfe entnahmen die Hubschrauber Wasser aus dem Fichtelsee und dem Karchessee. Zusätzlich wurden am Landeplatz Tal Außenlastbehälter sowie ein Faltbehälter zur Wasseraufnahme befüllt. Nach Abschluss der Übung wurden Material und Einsatzkräfte wieder per Hubschrauber ins Tal zurückgebracht.

Die Flughelfergruppe Bayreuth ist eine von 17 Flughelfergruppen in Bayern und die einzige Einheit dieser Art im Regierungsbezirk Oberfranken. Sie ist für Einsätze in ganz Oberfranken zuständig und unterstützt gemeinsam mit Hubschraubern der Bayerischen Landespolizei, der Bundespolizei und bei Bedarf der Bundeswehr die Brandbekämpfung aus der Luft. Gerade in schwer zugänglichem Gelände ist diese Unterstützung unverzichtbar. Die Bayreuther Flughelfer verfügen über umfangreiche Einsatzerfahrung aus Waldbrandlagen in Bayern und Sachsen sowie aus überregionalen Übungen. Bewährt hat sich dabei das bayerische Einsatzkonzept unter anderem mit einem eigenen Einsatzabschnitt Luft, der von einem erfahrenen Einsatzleiter geführt wird. Ihm unterstehen neben den Hubschraubern auch sämtliche im Einsatzraum eingesetzten Drohnen. Dadurch können Flugbetrieb und Luftraum zentral koordiniert und die Zusammenarbeit zwischen Luft- und Bodeneinsatzkräften besonders effizient gestaltet werden.

Damit die Flughelfer ihre Übung sicher und reibungslos durchführen konnten, unterstützten die Freiwilligen Feuerwehren Bischofsgrün, Neubau und Gefrees sowie die Bergwacht Bischofsgrün und die Wasserwacht Bayreuth den Flugbetrieb. Die Feuerwehren stellten den Brandschutz am Landeplatz sicher, bauten die Wasserversorgung für die Außenlastbehälter und den Faltbehälter auf, übernahmen die Verpflegung der Einsatzkräfte sowie die Absicherung der Einsatzbereiche und Wasserentnahmestellen.

Die Wasserwacht Bayreuth sicherte den Fichtelsee ab und gewährleistete die ungehinderte Wasseraufnahme der Hubschrauber. Die Bergwacht Bischofsgrün sicherte die Außenstationen bis zum Eintreffen der Flughelfer und unterstützte die Absicherung des Landeplatzes. Zudem unterstützten sie auch die Taktischen Abwurfkoordinatoren der Feuerwehr im Gelände. Die Freiwillige Feuerwehr Neubau übernahm zusätzlich die Absicherung der Wasserentnahmestelle am Karchessee. Da sich dort der Überflugbereich der Hubschrauber über der Bundesstraße B303 befand, wurde ein Teilstück der Straße abgesichert und der Verkehr rechtzeitig auf den Flugbetrieb hingewiesen.

Die Übung nutzten außerdem Mitglieder der Kreisbrandinspektionen sowie Multiplikatoren aus den Landkreisen Bamberg, Bayreuth, Hof und Lichtenfels, um sich über die Abläufe einer Flughelferübung zu informieren. Darüber hinaus wohnten Vertreter des Landratsamtes Bayreuth, der Regierung von Oberfranken sowie die Bürgermeister der beteiligten Gemeinden der Übung bei und verschafften sich einen Eindruck von den Möglichkeiten der luftgestützten Waldbrandbekämpfung. Im Mittelpunkt standen dabei die Anforderungen an geeignete Tallandeplätze, der Anforderungsweg der Polizeihubschrauber sowie die Maßnahmen, die örtliche Feuerwehren bereits mit der Alarmierung der Flughelfer vorbereiten müssen, damit diese nach ihrem Eintreffen ohne Zeitverlust mit der Brandbekämpfung beginnen können.

 

Die Übung verdeutlichte den hohen Stellenwert der luftgestützten Brandbekämpfung insbesondere in der Anfangsphase von Vegetations- und Waldbränden. Gezielte Löschwasserabwürfe können die Brandausbreitung wirksam eindämmen und schaffen die Voraussetzungen dafür, dass die Einsatzkräfte am Boden sicher zur eigentlichen Brandbekämpfung vorgehen können.

Nach mehreren Stunden intensiver Ausbildung endete die Übung mit einer gemeinsamen Nachbesprechung. Das Fazit fiel durchweg positiv aus. Regelmäßige Übungen dieser Art leisten einen wichtigen Beitrag, um die Zusammenarbeit aller beteiligten Organisationen weiter zu verbessern und die Einsatzbereitschaft für zukünftige Waldbrandlagen zu stärken.

Fotos/ Text: KBM St. Bleuse

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