Für die Freiwillige Feuerwehr Püttlach begann mit der geplanten Beschaffung eines Tragkraftspritzenfahrzeugs-Wasser (TSF-W) eine neue Entwicklungsphase. Ziel war es, die Leistungsfähigkeit der Wehr deutlich zu steigern und den Brandschutz im nördlichen Gemeindebereich nachhaltig zu stärken.
Im Jahr 2023 wurde im Rahmen der Weiterentwicklung der Feuerwehren im Gemeindegebiet der Bedarf eines TSF-W für den nördlichen Bereich festgestellt. Daraufhin beschloss die Stadt Pottenstein die Beschaffung des Fahrzeugs für die Feuerwehr Püttlach. Damit wurde der Grundstein für die zukunftsorientierte Weiterentwicklung der Wehr gelegt.
Im Vergleich zum bisherigen Tragkraftspritzenanhänger (TSA) bietet das Fahrzeug deutlich umfangreichere Einsatzmöglichkeiten, da Mannschaft, Ausrüstung und Löschwasser direkt mitgeführt werden. Dadurch kann unmittelbar nach dem Eintreffen an der Einsatzstelle mit der Brandbekämpfung begonnen werden.
Das neue Fahrzeug ermöglicht künftig unter anderem Brandeinsätze in Gebäuden oder im Freien, Menschenrettung unter Atemschutz, einfache technische Hilfeleistungen sowie Einsätze bei Vegetations- und Waldbränden. Zusätzlich verfügt das TSF-W über eine moderne Zusatzausstattung wie ein Waldbrandpaket, eine Tauchpumpe, einen Schwimmsauger sowie ein Beleuchtungspaket mit Notstromaggregat.
Ausbildung und Vorbereitung auf den Einsatzdienst
Da ein modernes Einsatzfahrzeug allein noch keine vollständige Einsatzbereitschaft bedeutet, begann die Feuerwehr frühzeitig mit der Ausbildung der Mannschaft. Einen wichtigen Meilenstein stellte dabei der Atemschutzlehrgang dar. Unter der Leitung von Kreisbrandmeister Sebastian Koch und in Zusammenarbeit mit Kreisbrandmeister Marco Kießling wurden insgesamt 16 Feuerwehrangehörige – darunter auch zwei Frauen – in Theorie und Praxis intensiv auf den Atemschutzeinsatz vorbereitet. Ergänzt wurde die Lehrgangsgruppe durch Teilnehmer der Feuerwehr Hohenmirsberg und Kirchahorn.
Mit dem erfolgreichen Abschluss des Lehrgangs verfügt die Feuerwehr Püttlach nun über 13 eigene einsatzbereite Atemschutzgeräteträger. Dadurch erweitern sich die Fähigkeiten der Wehr erheblich, insbesondere bei Brandeinsätzen und der Menschenrettung in verrauchten Gebäuden.
Nach der Übergabe des TSF-W am 2. September 2024 folgten zahlreiche Übungen, Fahrzeugschulungen und Einweisungen an der neuen Ausstattung. Zusätzlich absolvierten mehrere Feuerwehrdienstleistende den Feuerwehrführerschein, um das Fahrzeug sicher im Einsatzdienst bewegen zu können. Durch das regelmäßige Training konnte das TSF-W Schritt für Schritt vollständig in den Einsatzdienst integriert werden. Unter der Führung von Kommandantin Melanie Körber wurde das Fahrzeug schließlich offiziell in den Dienst der Feuerwehr Püttlach gestellt.
Ein bedeutender Schritt für den Brandschutz
Mit der feierlichen Einweihung am 16. Mai fand die Entwicklung hin zu einer modernen und leistungsfähigen Feuerwehr ihren offiziellen Abschluss.
Die Umstellung vom TSA auf ein TSF-W bedeutet für die Feuerwehr Püttlach nicht nur eine technische Weiterentwicklung, sondern vor allem einen erheblichen Gewinn an Einsatzbereitschaft und Sicherheit für die Bevölkerung. Kürzere Reaktionszeiten, ein breiteres Einsatzspektrum und eine höhere Eigenständigkeit stärken den Brandschutz und die Hilfeleistung im gesamten Einsatzgebiet nachhaltig.
Ergänzend ist hervorzuheben, dass zwei Kameraden der Feuerwehr Hohenmirsberg nicht nur im Vorfeld den Atemschutzlehrgang gemeinsam mit den 13 Püttlacher Kräften absolviert haben, sondern auch weiterhin eng in den Einsatzbetrieb eingebunden sind. Sie rücken regelmäßig gemeinsam mit den Kameradinnen und Kameraden aus Püttlach zu Einsätzen aus und stehen ebenso für den Übungs- und Einsatzdienst zur Verfügung, wodurch die Zusammenarbeit der beiden Wehren zusätzlich gestärkt wird.
Die Entwicklung der Feuerwehr Püttlach, die auf eine 141-jährige Geschichte zurückblicken kann, zeigt eindrucksvoll, wie durch vorausschauende Planung, moderne Ausstattung und intensive Ausbildung eine leistungsfähige und zukunftsfähige Feuerwehr entstanden ist. Maßgeblich getragen wurde dieser Wandel von den Kameradinnen und Kameraden sowie von der Stadt Pottenstein, die gemeinsam Verantwortung für die Sicherheit der Bevölkerung übernehmen.
Fotos: KBI Stefan Steger, KBM Andreas Lodes
Text: KBM Stephanie Bleuse









