In der Zeit vom 05. bis 09. Mai 2015 befindet sich der erst vor kurzem seiner Zweckbestimmung übergebene Brandübungscontainer des Freistaates und des Landesfeuerwehrverbandes Bayern in der Gemeinde Eckersdorf. Insgesamt 64 Atemschutzgeräteträger aus sämtlichen 59 Atemschutzwehren des Landkreises Bayreuth können diese hervorragende Gelegenheit nutzen, sich dort unter realitätsnahen Voraussetzungen und unter fachkundiger Anleitung fortbilden zu lassen.

Bei der Ausbildung in der mobilen holzbefeuerten „Flammenhölle“ geht es vor allem um die Verhinderung des im realen Einsatz gefürchteten „Flash-Overs“, was im deutschen Sprachgebrauch einem Durchzünden heißer Rauchgase entspricht. Darüberhinaus haben die eingesetzten Atemschutzgeräteträger die Möglichkeit, die Entstehung und Entwicklung eines Brandes unter kontrollierbaren Bedingungen zu beobachten.

Zuvor wartete der verantwortliche Ausbilder Karsten Weber mit einem auf die Bedürfnisse der Praxis zugeschnittenen theoretischen Unterricht auf, in welchem mittels einer Präsentation neben spezifischen Inhalten der Brandlehre auch wertvolle Hinweise für den Ernstfall gegeben wurden, beispielsweise im Hinblick auf Türöffnungsprozeduren, dem Verhalten untereinander und der richtigen Schutzkleidung.

Da das Training in dem Brandübungscontainer nicht ungefährlich ist, erhielten die Teilnehmer eine detaillierte Sicherheitseinweisung. Zudem wurden bei jedem Teilnehmer der Zustand sowie der korrekten Sitz der persönlichen Schutzausrüstung geprüft.

Im Container selbst werden an Decke und Wänden hängende Spanplatten, die als „Möbelersatz“ dienen, entzündet, was schließlich zu Temperaturen bis zu etwa 800 Grad Celsius führt und den acht Atemschutzgeräteträgern bei ihrem Durchgang ordentlich einheizte. Ein Vorgehen in knieender Körperhaltung war daher dringend anzuraten. Nach dieser Initialzündung wird die noch offene Containertür geschlossen, was bewirkt, dass kein Sauerstoff mehr zugeführt wird, der Rauch aber auch nicht mehr abziehen kann. Eine sogenannte unvollständige Verbrennung entsteht. Während dieser Phase ist die Sicht der einzelnen Teilnehmer wegen des Brandrauches praktisch bei „Null“. Daraufhin wird die Containertür wieder geöffnet, Sauerstoff strömt ein und das Feuer wird schlagartig größer. In der Rauchschicht über den Helmen der Teilnehmer bilden sich kleinere Flammenzungen (sogenannte „tanzende Engel“), die den Beginn der eigentlichen Rauchdurchzündung markieren. Mittels Hohlstrahlrohr konnten die Teilnehmer dann ihre Löschtechnik verbessern. Ein voll ausgerüsteter Sicherungstrupp überwachte den Durchlauf.

Das anschließende positive Feedback der Teilnehmer sprach dabei für sich und zeigte deutlich, wie enorm wichtig diese Form der praktischen Vorbereitung auf reale Einsätze ist.

Ein besonderer Dank gilt in diesem Zusammenhang den beiden Fach-Kreisbrandmeistern Alexander Schuster und Danny Hieckmann, sämtlichen Helfern sowie der Feuerwehr und der Gemeinde Eckersdorf für das Zurverfügungstellen der Räumlichkeiten, des Übungsgeländes und ihre tatkräftige Unterstützung.

 

Text und Fotos: Sven Kaniewski, Fachbereich Öffentlichkeitsarbeit